Pauli-Profi Sobiech: "Da fliegen ein paar Zeilen"

"Für uns ist das ein Highlight-Spiel", sagt Lasse Sobiech (23), Schwerter Fußball-Profi beim Zweitligisten FC St. Pauli. Sobiech wurde bei Borussia Dortmund ausgebildet, spielt nach Stationen in Fürth und beim Hamburger SV zum zweiten Mal für St. Pauli. Vor dem Pokal-Duell sieht der Abwehrmann eine "kleine Chance" und scheut auch vor Sticheleien übers Handy gegen die alten Kollegen nicht zurück.

HAMBURG/SCHWERTE.. Der ehemalige U21-Nationalspieler tritt mit seinem Team am Dienstagabend (Anstoß 20.30 Uhr, live in der ARD) im Millerntor-Stadion gegen seinen Ausbildungsverein Borussia Dortmund an. Mit den Borussen verbindet Sobiech nicht nur seine Vergangenheit. Auch die sportliche Situation ist bei beiden Klubs derzeit ähnlich. Am vergangenen Spieltag mussten Sobiech und Kollegen eine 0:4-Klatsche gegen Karlsruhe hinnehmen. St. Pauli steht mit elf Zählern auf Rang 16.
"Der Verlauf des KSC-Spiels war für uns extrem ärgerlich. Nichtsdestotrotz ist es ganz gut, dass wir jetzt relativ schnell das nächste Spiel haben. Wir nichts zu verlieren, denn trotz allem ist Borussia Dortmund eine der absoluten Topmannschaften in Europa", sagt Sobiech.

Skurrile Situation

Trotz allem - um die skurrile Situation beim BVB weiß auch Sobiech. Unter der Woche, wenn das Flutlicht an ist, eilt Schwarz-Gelb in der Champions League von Sieg zu Sieg. In der Liga aber stehen vier Niederlagen in Folge zu Buche. Sieben Punkte, Platz 15 sind das Resultat nach neun Spielen in dieser Saison.

Lasse Sobiech weiß, dass die Dortmunder enorm unter Druck stehen. Das soll sein Team ausnutzen. "Ich glaube, dass es ein kleiner Vorteil für uns sein kann, wenn wir gut reinkommen. Wenn es nach 20 Minuten noch 0:0 steht, wird die Anspannung beim BVB weiter steigen. Darin sehe ich eine kleine Chance für uns."
Sobiech weiß um die Qualitäten seiner Gegenspieler noch aus der vergangenen Saison, als er mit dem Hamburger SV nur knapp dem Abstieg entging. Nur Ciro Immobile ist ihm unbekannt, würde ihm mit seiner robusten Art aber als Gegenspieler am ehesten liegen. "Mir liegen Spieler, mit denen ich permanent Körperkontakt habe mehr, als ein Spieler, der in den Zwischenräumen rumwuselt. Aber das kann ich mir nicht aussuchen. Der BVB spielt so variabel, dass man über 90 Minuten nie nur gegen einen Einzelnen spielt. Die Zeiten sind vorbei", so der 23-Jährige.

Lasse Sobiech verrät zudem, dass er und weitere Mitspielermit BVB-Vergangenheit, wie Florian Kringe, Christopher Nöthe und Marcel Halstenberg, auch schon vor dem Spiel ein bisschen in Richtung der alten Kollegen sticheln - über den Kurznachrichtendienst Whats-App "werden kurz vor dem Spielschon noch ein paar Zeilen hin- und herfliegen", so Sobiech.