Patricia de Graat stürmt die Ranglisten

Seit Mitte April läuft Patricia de Graat (LG Olympia) in Glanzform, und man fragt sich, wo die Grenzen dieser gertenschlanken Mittelstrecklerin liegen. Innerhalb von neun Tagen wartete die 16-Jährige, die erst am 9. November ihren 17. Geburtstag feiert, mit drei hochkarätigen persönlichen Bestzeiten auf und stürmte die deutschen Ranglisten.

Dortmund.. Schon zuvor hatte sie mit ihren übrigen Bestmarken aufgeräumt. Darüber hinaus verhalf sie den LGO-Staffeln über 3 x 800 und 4 x 400 Meter zur Qualifikation für die deutschen Meisterschaften. "Diese Belastungen haben mich nicht übermäßig angestrengt, denn wir haben es während der Wochen danach im Training immer locker angehen lassen", wehrt sie Sorgen, dass sie sich vielleicht zu viel zugemutet hat, ab.

Selbst überrascht

"Ich freue mich über alle meine Zeiten, hatte aber nicht gedacht, dass ich über 1500 Meter so schnell (4:26,86, d. Red.) sein würde. Auch die 400 bei den Westfalenmeisterschaften in 57,78 Sekunden haben mich überrascht", bewertet sie ihre bisherigen Leistungen und meint: "Über 800 Meter ist bei einer besseren Renneinteilung sicher noch mehr möglich als meine 2:11,51 aussagen. Aber gerade dieser Lauf war für mich sehr hart, denn die erste Runde war recht schnell."

Zurzeit tankt sie im 815 Meter hoch gelegenen Oberhof mit den Kaderathleten des DLV Kraft, ehe die Vorbereitungen auf die Titelkämpfe in Nürnberg und Jena beginnen. Dabei leistet sie in der Woche sechs bis sieben Trainingseinheiten, wobei Ausdauer und lange Tempoläufe im Mittelpunkt stehen.

1500 Meter im Fokus

In welchem Wettbewerb sie bei der Jugend-DM in Jena ihre Chance suchen wird, ist noch offen, doch stehen die 1500 Meter im Blickpunkt, da sie über diese Strecke gegenwärtig die deutsche B-Jugend-Rangliste anführt.

Patricia de Graat stammt aus der Talentschmiede des TSV Herdecke und hat sich vor zwei Jahren LGO-Trainer Pierre Ayadi angeschlossen. Sie besucht die Holzkamp-Gesamtschule in Witten und ist voll des Lobes über ihre Lehrer: "Ich werde hervorragend unterstützt und bekomme für Wettkämpfe, wenn es nötig ist, immer frei." Das ist nicht selbstverständlich, denn andere Athleten haben in dieser Hinsicht oft Schwierigkeiten.

Eltern sind stolz

Neben Schule, Training und Wettkampf bleibt ihr sogar Zeit für Treffen mit Freunden. "Man muss aber den Tag gut planen und strukturieren", betont sie. Ihr Talent hat sie wohl vom Vater, der mächtig stolz auf sie ist: "Mein Papa nimmt öfter an Volksläufen teil und läuft auch ganz ordentliche Zeiten, aber bei den "Westfälischen" in Lippetal bin ich ihm davon gelaufen", lacht sie. Mz