BVB
Nur Odonkor brachte dem BVB das große Geld
07.09.2010 | 19:47 Uhr 2010-09-07T19:47:00+0200
Dortmund.Borussia Dortmund hat in den vergangenen Jahren gute Nachwuchsarbeit geleistet. Doch durch den Verkauf der Talente machte der BVB kaum große Kasse. Ausnahme: David Odonkor.
Die Transferliste der Profifußballer ist seit wenigen Tagen geschlossen, doch schon lange vorher war es amtlich: Noch niemals zuvor standen derart viele ehemalige BVB-Talente im Aufgebot der 2. Bundesliga wie in diesem Jahr. Ein weiterer eindrucksvoller Beweis für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit der Borussen in den letzten Jahren; völlig ungeachtet möglicher Einwände, es handele sich bei der Liste „nur“ um die 2. Liga.
Fakt ist: Zählt man auch jene ehemaligen Borussen hinzu, die - meist nur für kurze Zeit - als fertig ausgebildete Spieler beim BVB 2 gekickt haben, so haben aktuell 12 der 18 Zweitligisten insgesamt 20 ehemalige Borussen in ihren Reihen.
Klopp setzt Maßstäbe
Cheftrainer Jürgen Klopp hat auch in der neuen Saison die Maßstäbe gesetzt: Im letzten Bundesligaspiel in Stuttgart standen vier Eigengewächse in der Profi-Elf: Sahin, Schmelzer, Götze sowie Großkreutz (zwischenzeitlich in Ahlen) spielten einst beim BVB 2 oder bei den Junioren. Dass bei der hohen Leistungsdichte im Profifußball viele Talente auch beim BVB durchs Sieb gefallen sind, liegt auf der Hand. So hat allein der BVB 2 nach Ende der zurückliegenden Drittligasaison 13 Spieler abgegeben. „Aber alle sind woanders hervorragend untergekommen,“ so Theo Schneider, der mit seiner neuen Regionalliga-Mannschaft einige Startschwierigkeiten hat.
Nicht verwunderlich, wechselten doch im Sommer allein vier seiner Leistungsträger in die 2. Bundesliga. Erfreulich, dass mit Julian Koch (nach Duisburg ausgeliehen) und Sebastian Tyrala (Osnabrück) zwei Spieler auf Anhieb den Sprung in die höhere Klasse geschafft haben. Und während Marcel Höttecke bei Union Berlin immerhin die Nummer zwei im Tor der „Eisernen“ geworden ist, muss sich Innenverteidiger Uwe Hünemeier in Cottbus noch seinen Stammplatz erkämpfen. „Ich bin fest überzeugt, dass auch Uwe es bald packen wird,“ so Schneider, dessen ehemaliger Schützling in der vergangenen Saison zu den besten Verteidigern der 3. Liga gezählt hatte.
BVB-Kolonien im Osten
Im Osten sind übrigens die größten BVB-Kolonien zu finden: Neben Hünemeier spielen in Cottbus noch Markus Brzenska sowie Marc-Andre Kruska, inzwischen Kapitän beim FC Energie. Das größte Ehemaligentreff findet allerdings in Berlin statt. Bei Union stehen neben Höttecke noch die Ex-Borussen Michael Parensen, Patrick Kohlmann und der ehemalige BVB-Profi Ahmed Madouni unter Vertrag. Und Trainer ist Uwe Neuhaus, einst Co-Trainer der Dortmunder Profis und Vorgänger von Theo Schneider.
Die übrigen Ex-Borussen sind in alle Winde verstreut: Michael Ratajczak und Michael Melka sind die beiden zurzeit besten Torhüter von Fortuna Düsseldorf; Christian Timm und Christopher Nöthe stürmen für den Karlsruher SC bzw. für die SpVgg Greuther Fürth. Das Zweitliga-Trikot von RW Oberhausen tragen Daniel Gordon, Emmanuel Krontiris und Torwart Sören Pirson. Bei der Alemannia aus Aachen präsentieren den schwarz-gelben Dress Timo Achenbach und auch Tolgay Arslan, der einst von den A-Junioren des BVB direkt in den Profikader des Hamburger SV gesprungen war. Trainer der Alemannia ist bekanntlich Peter Hyballa, noch bis vor wenigen Monaten A-Junioren-Coach der Borussen.
Zur Liste gehören indirekt auch noch die einstigen Kurzzeit-Borussen Malte Metzelder (Ingolstadt), Mahir Saglik (Bochum) und Torwart Lukas Kruse (Paderborn).
Volltreffer Odonkor
Fazit 1: Der BVB will niemals mehr in der zweiten Bundesliga spielen, hätte dort aber für den Notfall eine Mannschaft von Ehemaligen, die kaum einen Vergleich zu scheuen braucht.
Fazit 2: Durch den „Verkauf“ von Talenten haben die Borussen allerdings kaum große Kasse gemacht: Ausnahme: David Odonkor, dessen Transfer nach Sevilla einst über sechs Millionen Euro aufs Konto spülte. Der Spanien-Transfer war einer der größten finanziellen Volltreffer in der gesamten Vereinsgeschichte.
10:03
Da bilden die großen Vereine Jahr für Jahr für ein Vermögen Spieler aus und was kommt letztlich heraus? Viele Zweitligaspieler und ein paar Erstliga-taugliche. Selten wirklich gute, wie Neuer, Özil oder Schweinsteiger.
08:50
Wenn man dann noch die dritte Liga dazu nimmt, bekommt man einen richtig großen Kader zusammen.
Die meisten sind ja letzte Saison gewechselt weil die Amateure abgestiegen sind, da haben sich natürlich die Dritt- und Zweitligisten bedient, das ist für die ja immer wie Weihnachten wenn eine Amateurmannschaft von einem Bundesligisten absteigt.
Dazu kommt noch das sich der BVB bei den Amateuren auch immer sozial gibt, sie legen keinem Steine in den Weg, wer nicht die direkte Perspektive hat und wechseln möcht kann meistens sofort wechseln.
Und die Eigengewächse die jetzt richtig Asche bringen könnten, werden im Moment nicht verkauft weil sie sich halt beim BVB wohl fühlen.
01:58
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