Nils Klems: Hatte keine Lust, traurig zu sein

Die Holzpfosten hatten am Samstagabend ein Dj-vu-Erlebnis: Aus dem DFB-Futsal-Cup ist die offizielle Deutsche Futsal-Meisterschaft geworden, der Gegner kam diesmal aus Hamburg, nicht aus Stuttgart - aber sonst lief vieles so wie vor einem Jahr, als die Schwerter erstmals im bundesweiten Finale standen - bitteres Ende inklusive. Nils Klems, Kapitän des Schwerter Teams, war trotzdem nicht lange traurig.

Schwerte.. Als Favorit waren die Schwerter wieder nichts in das Spiel gegangen, doch auch diesmal waren sie ein Gegner auf Augenhöhe, um sich am Ende dann doch mit dem Vizetitel begnügen zu müssen. Und auch diesmal sagt Nils Klems, er sei "unfassbar stolz" nach diesem "unbeschreiblichen Erlebnis", das noch eine deutliche Steigerung im Vergleich zu dem gewiss nicht unattraktiven Vorjahresfinale von Iserlohn war.

Eine Steigerung war es auch von der Dramaturgie her. Die Schwerter waren noch ein Stück näher dran, sich ihren Titeltraum zu erfüllen als 2014 und mussten sich nach dem 3:3-Endstand erst in der Verlängerung mit 4:7 geschlagen geben. "Da hat uns etwas die Kraft gefehlt, deshalb hat Hamburg insgesamt nicht unverdient gewonnen", sagt Klems - so spricht ein fairer Verlierer.

Der 26-Jährige ist von allen Beteiligten vielleicht derjenige, der die "Idee Holzpfosten" am intensivsten lebt und der sich mit am meisten Gedanken um diesen Verein macht. Der 26-Jährige ist Gründungsmitglied des Vereins und ist dessen Vorsitzender. Und er war der Schwerter Futsal-Pionier. Seit 2009 gibt es diese Sparte im Verein, die am Samstagabend in Hagen ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte.

Beim Einlaufen in die Halle sei er von Emotionen übermannt worden, erzählt Klems: "Als kleiner Junge hab ich davon geträumt, Fußballprofi zu werden. Aber das hier zu erleben, war genauso traumhaft - 2000 Leute waren in der Halle, 1900 davon sind wegen uns gekommen - unglaublich!", sagt Schwertes "Mister Futsal" und berichtet von ausnahmslos positiven Rückmeldungen: "Ich kenne keinen, der nicht begeistert war." Selbst der Hausmeister der Enervie Arena hätte nach dem Spiel gesagt, dass ihm das Futsal-Spektakel besser gefallen habe, als ein Basketball-Bundesligaspiel von Phönix Hagen.

Veränderungen im Kader

So sind es wohl auch diese Reaktionen, die die "Pfosten" über die Enttäuschung des verlorenen Endspiels hinweghalfen. "Bei mir war es relativ schnell nach dem Spiel schon so, dass ich eher glücklich über das Erreichte als enttäuscht war - ich hatte einfach keine Lust, traurig zu sein", schildert Klems seinen Gemütszustand. Für Klems und Co. ist in Sachen Futsal jetzt erstmal Pause. Am 2. Mai steht zwar ein Pokalspiel bei der zweiten Mannschaft des UFC Münster auf dem Programm, dessen Stellenwert allerdings nicht allzu hoch ist.

Und wie wird es dann weitergehen mit dem Futsal in Schwerte? "Grundsätzlich wird es sicherlich nicht einfacher, dieses Niveau zu halten. Ein paar Veränderungen im Kader wird es sicherlich geben. Aber wir wollen schon daran arbeiten, weiterhin zu den Top-Teams in Deutschland zu gehören", sagt Nils Klems - um dann vielleicht im dritten Anlauf endlich die Meisterschale in den Händen halten zu dürfen.