Nach frühem Rückstand ohne Mut
14.04.2010 | 21:26 Uhr 2010-04-14T21:26:00+0200
Das war's sicherlich immer noch nicht für den BVB 2, ein Drei-Punkte-Rückstand zum zum rettenden Ufer ist rein rechnerisch natürlich noch aufzuholen.
Aber nach der vollauf verdienten 1:3 (1:2)-Heimschlappe am Mittwoch Abend im Nachholspiel gegen Erzgebirge Aue, der sechsten Niederlage im siebten Spiel, fällt es immer schwerer, noch an ein Happyend im Kampf gegen den Abstieg zu glauben.
Nicht das nackte Ergebnis allein gibt Anlass zu der Befürchtung, dass der Hebel in den letzten fünf Saisonspielen nicht mehr umzulegen sein wird - vor allem war es die Art und Weise, wie sich diese Mannschaft über weite Strecken der Partie den 1 406 Zuschauern in der Roten Erde präsentierte: nach einer völlig missratenen Startphase und einem 0:2-Rückstand bereits nach 20 Minuten prägten Angst und Mutlosigkeit die Aktionen der Gastgeber.
Ginczek sorgt kurzzeitig für ein wenig Hoffnung
Allein Marcel Höttecke, der mit einigen exzellenten Reaktionen weitere Gegentreffer verhinderte, und Daniel Ginczek, der sich am Tag nach seinem 19. Geburtstag mit dem Anschlusstreffer selbst beschenkte (25.) und nach seiner Einwechslung zumindest phasenweise für Schwung sorgte, spielten über dem Schnitt.
Die größten Probleme lagen in der Defensive. Ohne Uwe Hünemeier und Julian Koch musste Theo Schneider die Viererkette auf zwei Positionen ändern - und speziell Hünemeier fehlte an allen Ecken und Enden. Die Innenverteidigung zeigte eklatante Schwächen, ließ sich nicht nur beim frühen Rückstand durch den später verletzt ausgeschiedenen Torjäger Eric Agyemang (7.) düpieren. Ohne die nötige Sicherheit im Deckungszentrum fehlte auch die Ruhe zu einem konstruktiven Spielaufbau, zumal auch Lukas Nottbeck auf der „Sechs” vorwiegend damit beschäftigt war, die glänzend aufgelegte Auer Offensivabteilung zu stören.
Nach dem 0:2 durch Jan Hochscheidt (20.) kam Daniel Ginczek früh für Cihan Kaptan und nach dem Tor hatte der BVB seine beste Phase. „Wir haben uns für die zweite Halbzeit viel vorgenommen, konnten das aber nicht umsetzen”, musste Theo Schneider eingestehen. Im Gegenteil: die Gäste begannen den zweiten Durchgang so selbstbewusst wie den ersten, rissen das Geschehen wieder komplett an sich und machten mit dem dritten Tor durch Skerdialaid Curri frühzeitig alles klar (60.).
Zu Recht bezeichnete Theo Schneider den Gast aus Aue als „die mit Abstand stärkste Mannschaft, die hier in dieser Saison aufgetreten ist”. Ein schwacher Trost nur für den BVB, obwohl sich der Trainer ungebrochen kämpferisch gibt: „Wir brauchen jetzt mindestens noch drei Siege. Das wird zwar enorm schwer, aber wir werden alles dafür tun.”
BVB 2: Höttecke - Evers, Sobiech, Neumeister, Vrzogic - Nottbeck - Piossek (71. Stiepermann), Tyrala, Kaptan (25. Ginczek) - Hille (63. Öztekin), Kullmann. - Tore: 0:1 Agyemang (7.); 0:2 Hochscheidt (20.); 1:2 Ginczek (25.); 1:3 Curri (60.).
INFO
Hünemeier fehlt zehn Tage
Einen erneuten Torwart-Tausch nahm Theo Schneider gegen Aue vor: für Johannes Focher stand wieder Marcel Höttecke zwischen den Pfosten. „Johannes hat seine Sache nicht schlecht gemacht, aber diese heikle Situation geht an die Nerven, deshalb setze ich auf die etwas erfahreneren Spieler”, begründete der Trainer seine Entscheidung.
Aus diesem Grunde kehrte auch Christopher Kullmann in die Startelf zurück: er stürmte neben Sebastian Hille.
Keine gute Nachricht von Uwe Hünemeier, der trotz eines Bänderrisses im Sprunggelenk spielen wollte: der Kapitän und Abwehrchef erhielt vom Arzt ein zehntägiges Sportverbot und pausiert damit auch am Sonntag (14.00 Uhr) in Erfurt und am Mittwoch kommender Woche (19.00 Uhr) im Heimspiel gegen Heidenheim.
Noch nicht in der Anfangsformation stand Yasin Öztekin. Nach seiner Pause fehlen ihm für einen längeren Einsatz noch ein paar Prozent.
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