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Nach dem Kampf zurück an den Schreibtisch

01.10.2012 | 19:21 Uhr
Nach dem Kampf zurück an den Schreibtisch
Glückliche Gewinner: Trainer Thorsten Brück mit Goda Dailydaite und Ringsprecher Ralf RichterFoto: Bodo Goeke

Am Tag danach ging der Blick nach vorn. Zu Federgewichts-Weltmeisterin Elena Tissen nach Warendorf.. Denn Tissen ist mit großer Wahrscheinlichkeit die nächste Gegnerin von Goda Dailydaite, die nach ihrem Sieg am Samstagabend gegen Irma Balijagic Adler aber erst mal zur Ruhe kommen will. „Jetzt konzentriere ich mich auf meine Ausbildung bei der DSW 21“, sagte die Dortmunderin, die im Dezember ihre Prüfung zur Industriekauffrau ablegen will.

Eine schöpferische Pause vom Boxen braucht die 27-Jährige jetzt in der Tat. Die Vorbereitung auf den Fight gegen Balijagic Adler lief alles andere als optimal. Dailydaite kämpfte mit einem Infekt, Trainer Thorsten Brück musste sogar für vier Tage ins Krankenhaus. Dazu kamen die Merkwürdigkeiten direkt vor Kampfbeginn, als nicht wie angekündigt um die WIBF/WBF-Weltmeisterschaft im Federgewicht (57,15 kg) gekämpft wurde, sondern plötzlich um den Interims-Titel im Super-Federgewicht (58,90 kg) des Verbandes WIBF. „Das Thema ist abgehakt“, kommentierte Thorsten Brück den Kampfabend in der Westfalenhalle 3A, der natürlich unter dieser Gewichts- und Verbandsposse litt, ansonsten aber mit dem Besuch von 850 Fans für eine erstaunlich gute Resonanz gesorgt hatte.

Doch wie geht es weiter? Wenn es nach den Worten von Thorsten Brück geht, dann steht einem WIBF-Weltmeisterschaftskampf im Federgewicht gegen Elina Tissen kaum noch etwas im Wege. „Entweder sie boxt, oder sie muss ihren Titel abgeben“, so Brück.Wenn es mal so einfach wäre. Denn zuvor geht es noch um die Kampf-Börse, also ums Geld, das geboten werden muss, damit der Kampf zustande kommt. Sollte man sich nicht einig werden, gibt der Verband WIBF den Kampf zur Versteigerung frei. Natürlich möchte das Dailydaite-Management lieber in Dortmund boxen, müsste dem Tissen-Management aber ein Angebot vorlegen, dass die Weltmeisterin annehmen oder ablehnen kann. Wer den Preispoker um die Klitschko-Kämpfe kennt, der weiß, dass im Boxen alles möglich ist.

Fakt ist, dass sich beide Seiten nicht unbedingt grün sind. Die Dortmunder Seite behauptet, Tissen würde dem Fight ausweichen. Aus Warendorf, wo die Weltmeisterin als Kindergärtnerin arbeitet, heißt es, dass sich Dailydaite zu unrecht als Federgewichts-Weltmeisterin in der Öffentlichkeit präsentiert habe. Das Klima zwischen den Parteien ist ziemlich vergiftet.

Bleibt die Frage nach der sportlichen Qualifikation. Thorsten Brück gibt sich sicher, spricht vom letzten Federgewichtskampf, um danach die Super-Federgewichts-Weltmeisterin Ramona Kühne herauszufordern. In Warendorf bleibt man betont ruhig. Verständlich, denn Elina Tissen ist Vierfach-Weltmeisterin und will mit einem Sieg am 20. Oktober in Münster gegen die Kenianerin Jane Kavulani erste Frau werden, die zeitlich WM-Titel in drei Gewichtsklassen hält.

Peter Kehl



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