Michael Schlein: Es war ein Nervenspiel

Um 16.48 Uhr hatten Spieler, Verantwortliche und Fans des VfB 08 Lünen am Sonntag Gewissheit. Der Hörder SC hatte 0:2 gegen Körne verloren, die Süder zeitgleich den 2:1-Derbysieg gegen die Preußen eingefahren. Der Aufstieg des VfB in die Bezirksliga ist einen Spieltag vor dem A-Liga-Saisonende perfekt.

Lünen.. Wie intensiv war die Meisterfeier am Sonntag?

Bis Mitternacht haben wir feucht-fröhlich gefeiert. Dann haben wir wohl irgendwann realisiert, dass wir wirklich schon aufgestiegen sind und anschließend noch eine Stunde in Ruhe zusammen gesessen. Die Jungs waren dann auch kaputt.

Schließlich ist den Spielern schon am Nachmittag alles abverlangt worden.

Ja, die Preußen waren wirklich bärenstark. Wir mussten alles raushauen. Es war ein Nervenspiel.

Hatten Sie darauf gehofft, den Aufstieg schon vor dem letzten Spieltag perfekt machen zu können?

Damit war nicht zu rechnen. Für Körne ging es in Hörde ja eigentlich um nichts mehr. Da ist es nicht selbstverständlich, noch einmal alles zu geben. Wir werden uns entsprechend bedanken.

Das Saisonziel ist erreicht. Ein Spiel steht noch an, am Sonntag in Scharnhorst. Wie wird die letzte Trainingswoche ablaufen?

Wir treffen uns am Dienstag ganz normal zum Training. Sicher werden wir dabei aber auch noch die Saison und das Wochenende Revue passieren lassen. Am Freitag ist dann ein Mannschaftsabend geplant. Am Sonntag werden wir in Scharnhorst aber noch einmal versuchen, zu gewinnen. Scharnhorst steht auf dem Relegationsplatz. Wir sind den anderen Teams im Abstiegskampf vollen Einsatz schuldig.

Wethmar kann noch in die Landesliga aufsteigen. Brambauer droht der Abstieg in die Bezirksliga. Hoffen Sie auf ein Lüner Derby in der kommenden Saison?

Zunächst wünsche ich immer allen Lüner Teams das Beste. Für Brambauer wird es sicher schwierig am letzten Spieltag, ich drücke ihnen aber die Daumen. Aber klar, was das Zuschaueraufkommen angeht, wäre so ein Derby nicht schlecht.

Sie mussten im Endspurt ohne ihren besten Torschützen Marius Mantei auskommen. War das kein Problem?

Doch, seine Kaltschnäuzigkeit hat uns gefehlt. Wir haben die Torgefahr aber auf vielen Schultern verteilt. Tim Gehrmann hat mit seiner Laufarbeit enorm viel Platz geschaffen, Enrico Christal hat die beiden Tore zum Derbysieg geschossen. Immer, wenn einer gefehlt oder geschwächelt hat, haben andere die Verantwortung übernommen. Das hat uns in dieser Saison ausgezeichnet.

Werden Sie mit dem aktuellen Kader in die Bezirksliga gehen?

22 Spieler haben zugesagt. Einzig Patrick Klink wird kürzer treten. Wir werden schauen, wem der Sprung in die Bezirksliga zuzutrauen ist.

Also sind auch noch Neuzugänge möglich?

Ja, zwischen drei und fünf Spieler sollten es sein. Auf allen Positionen. Wir werden uns nächste Saison steigern müssen. Das Ziel kann nur lauten, möglichst früh den Klassenerhalt zu sichern.