Marco Dej beim Wickeder 4:2 der Mann des Tages / ASC nur 0:0

Drei Treffer gegen Dröschede: Wickedes Marco Dej (rechts).
Drei Treffer gegen Dröschede: Wickedes Marco Dej (rechts).
Foto: WAZ Fotopool
Ohne die Schlussviertelstunde hätten die Fans von Westfalia Wickede schwärmend den Heimweg angetreten. Doch auch so war es ein insgesamt souveräner 4:2-Sieg über Borussia Dröschede.

Nach etwas mühevollem Beginn mit einer Reihe zerfahrener Aktionen und wenig Spielkultur auf beiden Seiten war es eine Standardsituation, die so richtig Leben ins Spiel brachte: Marco Dej nutzte einen von Faruk Cakmak verwirkten Handelfmeter zum 1:0 (17.). Und ganz allmählich kam Zug ins Wickeder Spiel. Man sah deutlich, dass die Gastgeber fußballerisch klar überlegen waren.

Etwa beim 2:0, das einer tollen Ballstafette entsprang: Roman Schymanietz hatte den Blick für Dominik Lipki, der über rechts in den Strafraum zog und überlegt zu Marco Dej querspielte (27.). Immer wieder stand sich Wickede vor der Pause zwar auch selbst im Weg, wenn die eroberten Bälle allzu leichtfertig flugs wieder hergeschenkt wurden; besonders Tim Schrade war von diesen Schnitzern öfters betroffen, er hatte keinen guten Tag und musste nach einer knappen Stunde für Dominik Hennes weichen.

Dennoch zogen die Westfalen nach Wiederbeginn deutlich das Tempo an, angetrieben von Marco Dej und Andy Toetz, die in der Zentrale alles im Griff hatten. Wie schon beim 2:0 war das Duo Lipki und Dej auch für das 3:0 (49.) verantwortlich, die Partie schien entschieden. Mitten in die Feierlichkeiten platzte das 3:1 von Arif Et (50.), das aber nur kurz für Verwirrung sorgte, denn Wickede legte direkt nach, Schymanietz wurde von Toetz bestens bedient und traf zum 4:1 (52.).

Chancen zum fünften oder sechsten Treffer waren da, doch statt dessen verfiel Wickede in einen Schlendrian, der urplötzlich noch mal für Brisanz sorgte. Danny Baron leistete sich ein unnötiges Foul im Strafraum, Dragan Petkovic traf im Nachschuss, noch zehn Minuten waren zu spielen. Doch Westfalia brachte den Sieg mit Glück und Geschick verdient über die Zeit. „Insgesamt war es ein guter Auftritt von uns“, war Marko Schotts Fazit. „Aber die letzte Viertelstunde hat mir nicht gefallen, da sieht man, dass wir noch kein Topteam sind.“

0:0 bei Erndtebrück II - Aplerbeck kommt nicht in Schwung

Der ASC 09 Dortmund tritt weiter auf der Stelle: Statt des angestrebten und für das Erreichen des ambitionierten Saisonziels auch nötigen Siegs bei Erndtebrück II stand am Ende ein torloses Remis.

Größtes Problem bleibt auch weiterhin, dass der ASC zu wenig Gefahr aus dem Mittelfeld entwickelt. Chancen gab es besonders vor dem Wechsel ein ganze Reihe. So hätten Silas Lennertz, Rafik Halim, Alex Enke oder auch Stephan Vollmerhaus wenigstens eine der sich bietenden Möglichkeiten nützen müssen. Doch leider blieb das in der ersten Hälfte sehr gute Spiel mit vielen Balleroberungen und einem geduldigen Aufbau ohne Belohnung.

Den Vogel schoss Lennertz nach der Pause ab, als er eine tolle Kombination hätte krönen können, aber den Torwart anschoss, der einfach mal spekulierte. Danach ließ der ASC nach und hatte bei einigen Konterchancen der Gastgeber Glück, dass Adrian Goly auf dem Posten war. „Wir wollten heute unbedingt gewinnen“, redete Jörg Silberbach nicht lange drumherum, „das war ehrlich gesagt schon enttäuschend.“ Die sofortige Folge für die Hallenrunde: Der ASC fiel hinter Wickede zurück und muss jetzt schon in der Vorrunde antreten - ein Unternehmen, das durchaus Brisanz hat.

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