LSV-Trainer rotiert sogar auf der Torhüterposition

Es ist eine Entscheidung, die im Fußball immer noch selten getroffen wird, Mario Plechaty hat sich trotzdem dafür entschieden: Als der Trainer des Lüner SV am Montag überraschend "Ersatzkeeper" Daniel Schmitz zwischen die Pfosten stellte, eröffnete er den Kampf um die Nummer 1 beim Landesligisten neu. Plechaty will die Spannung hochhalten. "Auf allen Positionen."

Lünen.. 19 Meisterschaftspartien des Lüner SV musste sich Daniel Schmitz von der Bank aus ansehen. Am Montag war er erstmals in dieser Spielzeit zwischen die Pfosten des Fußball-Landesligisten gerückt. Beim 2:0-Sieg über Eintracht Ahaus wahrte der Torwart prompt eine weiße Weste.

Beide Torhüter auf Augenhöhe

"Daniel hatte sich diesen Einsatz verdient. Er ist immer beim Training, gibt alles", sagte LSV-Coach Mario Plechaty. Schon im Winter deutete Lünens Trainer an, dass er Schmitz und die eigentliche Nummer eins Michel Josch auf Augenhöhe sehe. Josch zeigte in der Hinrunde aber als einer der wenigen LSV-Akteure stets konstante Leistungen - und durfte dann auch zum Rückrundenstart das Lüner Tor hüten.

"Ich habe mich jetzt aber entschieden, mehr rotieren zu lassen. Auf allen Positionen. So möchte ich die Spannung hoch halten", begründete Plechaty den überraschenden Wechsel. "Das hatte nichts mit Michels Leistungen zu tun." Josch kam am Montag in der B-Liga-Reserve des LSV (2:2 gegen Sportunion Dortmund) zum Einsatz.

"Als Torwart gibt es nun mal nur die eine Position"

Die Leistungsunterschiede zwischen den beiden Lüner Torhütern sind minimal. Josch überzeugte in seinen 19 Spielen mit guten Reflexen auf der Linie. Mit dem Ball am Fuß macht er den sichereren Eindruck. Schmitz hingegen dirigiert seine Vorderleute lautstark, wirkt bei Flanken entschlossener. "Daniel hat eine gute Leistung gezeigt", sagte Plechaty am Montag.

Der 21-Jährige hatte Anfang letzter Woche erfahren, dass er am Montag von Beginn an ran durfte. "Man bereitet sich allerdings nicht anders vor", sagt Schmitz. Die bisherige Saison sei nicht einfach gewesen für ihn: "Ich habe den Ehrgeiz, so oft zu spielen wie möglich. Aber als Torwart gibt es nun mal nur die eine Position."

"Von Woche zu Woche neu"

Sicher ist schon jetzt: Auch am Sonntag, 12. April (15 Uhr, Jürgen-Graef-Allee 4, Hamm), wird Schmitz beim Tabellen-14. Hammer SpVg II im LSV-Tor stehen. "Anschließend werde ich von Woche zu Woche neu entscheiden", sagt Plechaty. "Wie auf jeder anderen Position auch", so der LSV-Trainer.

Mit der Partie am Montag war Schmitz selbst zufrieden: "Wir haben gut begonnen, schnell 2:0 geführt. Das hat uns Sicherheit gegeben. Defensiv standen wir richtig gut. Ahaus hatte keine echte Torchance. Wir hätten noch höher gewinnen können. Wichtig sind aber die drei Punkte. Und dass wir zu Null gespielt haben."

Abschied am Saisonende

Schmitz war in der Winterpause der Saison 2013/2014 vom Kirchhörder SC in die Kampfbahn Schwansbell gekommen. Am Ende dieser Saison wird er die Rot-Weißen wieder verlassen. "Das steht fest", bestätigt Hasan Kayabasi, Sportlicher des LSV, der einen neuen zweiten Schlussmann verpflichten wird.

"Ich werde versuchen, auch am Sonntag in Hamm zu überzeugen", sagt Schmitz. "Um im Laufe der Saison noch ein paar Spiele für den LSV machen zu können."