LSV-Coach Plechaty: Haben uns alle mehr erhofft

Magere vier Punkte hat Landesligist Lüner SV aus den letzten sechs Spielen gesammelt. Aus der zwischenzeitlichen Hoffnung, doch noch ins Rennen um den Westfalenliga-Aufstieg einzugreifen, wurde am Ende Platz zehn. Im Interview spricht LSV-Coach Mario Plechaty (44) über die gerade beendete Saison.

Lünen.. Zwölf Siege, 43 Punkte, Rang zehn - zufrieden?

Nein, wir haben uns alle mehr erhofft. Der Kader hat mehr Qualität als Platz zehn. Hätten wir einigermaßen beständig gespielt, hätten wir definitiv Zweiter werden können. Sinsen hat eine schlechte Hinrunde gespielt, war in der Rückrunde aber konstant.


Wieso hat Ihrer Mannschaft die Konstanz gefehlt?

Das lag an vielen Kleinigkeiten. Verletzungen haben eine Rolle gespielt. Aber auch die Einstellung, die Trainingsbeteiligung.


Dabei waren Sie zwischenzeitlich bis auf vier Punkte an Rang zwei herangerückt. Haben Sie da noch an die Aufstiegschance geglaubt?

Ja. Knackpunkt war aber die Nachspielzeit in Sinsen. In der wir das späte 1:1 kassiert haben. Anschließend haben uns zwei, drei Leistungsträger gefehlt. Dennoch hätten wir noch genug Spiele gehabt, den Rückstand aufzuholen. Dann kam das Heimspiel gegen Roxel. Wir waren besser, haben aber verloren. Da war es vorbei. Die Saison war gelaufen. Auch für den Verein. Das haben alle deutlich ausgestrahlt.


Die Folge waren vier Punkte aus sechs Spielen.

Es war schwer, die Jungs zu motivieren. Wir haben das Training auf zwei Einheiten wöchentlich reduziert. Einige kamen dann aber nur noch einmal. Oft waren wir nur zu neunt beim Training. Ich hätte es schön gefunden, wenn wir die Saison durchgezogen hätten. Einige haben sich aber am Ende hängen lassen.


Was waren die Schwachstellen im Kader?

Wir haben zu viele Chancen vergeben. Alle unsere Stürmer waren aber lange verletzt, keiner der Offensiven war bei 100 Prozent. Volkan Ekici war als Mittelfeldspieler mit neun Treffern unser torgefährlichster Mann. Auch bei Standards waren wir trotz der vielen groß gewachsenen Spieler nicht gefährlich genug. War unsere Viererkette in Stammbesetzung, hat sie gut funktioniert. Hier mussten wir aber zu oft umstellen.


Die Mannschaft hat in der Fremde mehr Punkte geholt als in Schwansbell. Wie ist das zu erklären?

Viele im Umfeld vergessen, dass wir eine junge Mannschaft haben. Da ist Geduld gefragt. Einige Zuschauer werden aber schnell ungeduldig. Ich verstehe, dass sie sich ärgern, wenn wir schlecht spielen. Man muss meine Spieler aber nicht beleidigen. Manch einer sollte sich mal überlegen, was er von sich gibt. Wir sagen neuen Spielern auch immer: Ihr müsst wissen, zu wem Ihr wechselt. Der LSV ist halt ein Traditionsverein. Da sind die Erwartungen immer hoch.

Einige Spieler verlassen den Klub. Wer wird besonders schwer zu ersetzen sein?

Sascha Rammel. Ich schätze ihn auch als Menschen sehr. Klar, er hatte Phasen, in denen es nicht so lief. In der Rückrunde war er aber in sehr guter Verfassung. Er ist ein Typ. Den kann man nicht so leicht ersetzen. Wir haben aber viele junge Spieler, die weiter wachsen werden.

Neun Neuzugänge stehen bereits fest. Ist der kommende Kader besser aufgestellt?

In der Breite ist er besser. Jeder Spieler hat Qualität, kann den Sprung in die erste Elf schaffen. Man muss nicht immer Stars holen. Es sind gestandene Spieler dabei.

Lässt sich schon über Ziele für die nächste Saison sprechen?

Nach Platz zehn wäre es fatal, vom Aufstieg zu sprechen. Ich will immer so weit oben stehen wie möglich. 60 Punkte sind mein Ziel. Damit wären wir in dieser Saison Zweiter geworden. Aber zunächst müssen wir sehen, ob wir in der Staffel 4 bleiben, oder in die Staffel 3 zurückkehren. Dort warten mehr Derbys auf uns. Sportlich ist die Staffel 4 stärker.