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Leipzigs spielt BVB mit Powerhandball schwindelig

30.09.2009 | 21:52 Uhr

Am 18. März 2009 stand Gustl Wilke ungläubig in der Leipzig Arena und staunte über das, was er auf der Anzeigetafel las. Leipzig 18, Dortmund 23. Gestern Abend stand er wieder dort und konnte erneut nicht glauben, was er sah. Fassungslosigkeit unter umgekehrten Vorzeichen.

Er hatte zwar damit gerechnet, dass sich der deutsche Meister und Europacupfinalist nicht noch einmal vom BVB überraschen lassen würde, aber dass er sich nun so fürchterlich für die Schmach vom März „rächt”, hatte der Borussen-Trainer allenfalls befürchtet, nicht aber erwartet. Der HCL nahm den BVB nach allen Regeln der Kunst auseinander und gewann am Ende in fast unanständiger Höhe mit 34:22 (16:10).

Zu schnell und zu stark für den BVB: Mette Ommundsen. Foto: Picture Point

„Die Leipziger haben mit einer Power gespielt, dass uns Hören und Sehen verging”, sagte Wilke. Nach kurzer Zeit kehrte seine Ruhe und Gelassenheit zurück, wohl wissend, dass das auf jeder Position zweifach überragend besetzte Team für seine Borussinnen kein Maßstab sein kann. Der HCL baute im Angriff einen solch hohen Druck auf, dass der BVB dem nicht viel entgegensetzen konnten. Weder die 5:1-Abwehr, noch später die 6:0 standen kompakt genug. Außerdem fehlte es schlicht an Aggressivität. Die mit einem Dutzend Nationalspielern aus aller „Frauen Länder” angetretenen Sächsinnen, u.a. mit fünf Skandnavierinnen, die Handballtaktik mit der Muttermilch aufzusaugen scheinen, machten schon in den ersten sieben Minuten klar, dass für den BVB nichts zu holen sein würde (7:2) und sportliche Wunder deshalb so heißen, weil sie sich nicht beliebig wiederholen lassen.

Erfreulich, dass Dagmara Kowalska erkannt hat, dass ihre Mitspielerinnen weniger ihre Anspiele als ihre Tore benötigen. Sie traf achtmal. Schön für sie – trotzdem fand Wilke das Haar in der Suppe: „Hätte sie so gegen Göppingen und Buxtehude aufgetrumpft, hätten wir vier Punkte auf dem Konto.” Immerhin: ihre Leistung macht Mut. Und irgendwann wird sie auch mal treffen, wenn es Spitz auf Knopf steht und nicht, wenn der BVB hoffnungslos unterlegen ist.

Blieb torlos: Annika Busch. Foto: Picture Point.

Was zu ihren Nebenleuten zu sagen ist? Wenig. Verdammt wenig. Der Sportliche Leiter, Jochen Busch, sah die Partie unter dem Gesichtspunkt Hausmannskost. „Wenn man sieht, mit welcher Wucht Leipzig angreift, sollten unsere Spielerinnen vielleicht ein paar Butterbrote mehr essen.” Ja, vielleicht ist das die Lösung...

BVB: Roelofs, Trodler, Roch; Kowalska (8/2), Glathe (1), Köhler (1), Paulus (2), Schäfer (1), Porvaznikova (6/3), Kramer, Busch, Cocx (2), Kunze (1), Ewert.

Christian Menn

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