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Komplimente für den Kontrahenten im Titelkampf

16.10.2012 | 18:18 Uhr
Komplimente für den Kontrahenten im Titelkampf
Dorstfeld hat bislang den treffsichersten Angriff der Liga. Aber auch die Abwehr funktioniert. Robert Grüner (2. v. li.) und Torhüter Roland Grochla beim 5:2 gegen Nordkirchen.

Spätestens mit ihren hoch einzuschätzenden Erfolgen in den Topspielen gegen Nordkirchen und Kamen haben sich der SC Dorstfeld 09 und der SV Brackel 06 zu echten Titelaspiranten in der Bezirksliga 8 gemausert. Beide führen punkt- und torgleich die Tabelle an. Doch trotz glänzender Perspektiven: an einen Dortmunder Zweikampf um den Landesliga-Aufstieg denken beide Trainer (noch) nicht.

„Das wäre zwar eine schöne Sache für den gesamten Dortmunder Bezirksligafußball“, sagt der Dorstfelder Robert Podeschwa, „aber man muss die Entwicklung zumindest bis zur Winterpause abwarten.“ Und Brackels Axel Schmeing ergänzt: „Es ist noch zu früh für eine Prognose. Die ersten Vier bewegen sich auf einem ähnlichen Level. Sie, plus vielleicht ein oder zwei weitere Teams, werden den ersten Platz unter sich ausspielen.“

Bislang läuft es prima, am Bummelberg ebenso wie am Hallenbad, für Podeschwa sogar besser als erwartet. Über den Aufstieg werde jedoch nie gesprochen: „Wir orientieren uns an dem letztjährigen vierten Platz, haben uns gesagt: alles, was besser ist, nehmen wir gerne an. Und der Vorstand gibt uns die Zeit, um uns zu entwickeln.“ Das neue Trainergespann fand schnell eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, aus dem im Kern aus der Vorsaison übernommen Kader und zum Teil hochkarätigen Neuzugängen. „Die Ausgeglichenheit“, so Podeschwa, „ist unsere größte Stärke. So haben wir mehrfach den Ausfalle wichtige Spieler kompensiert.“ Und sie sind in der Offensive angesichts einer ganzen Reihe torgefährlicher Spieler nur ganz schwer auszurechnen.

Ausgeglichener Kader eine Stärke von beiden

Hier liegt der wohl größte Unterschied zu den Brackelern, deren Offensivspiel vom überragenden Oliver Adler geprägt wird, der in neun Spielen 17 Mal getroffen hat. Ansonsten aber verfügt auch Axel Schmeing über einen in der Breite sehr ausgeglichenen Kader. Er sagt sogar: „Was die ersten Elf betrifft, sind die Top 4 in der Liga ähnlich gut aufgestellt. Aber auf den Positionen 14 bis 20 sehe ich uns am besten besetzt. Das kann in einer langen Saison am Ende den Unterschied machen.“

Beide Trainer sprechen im Übrigen mit Hochachtung von ihrem lokalen Mitstreiter. „Brackel hat eine tolle, über Jahre gewachsene Mannschaft, die einen modernen, attraktiven Fußball spielt und neben einem klasse Torjäger auch über einen erfahrenen Trainer verfügt und schwer zu packen ist“, urteilte Robert Podeschwa nach dem 2:0 am Sonntag gegen den VfL Kamen. Axel Schmeing, tags zuvor Zeuge des Dorstfelder 5:2-Erfolgs gegen Nordkirchen, war gar nicht so ganz zufrieden mit diesem Auftritt seiner Jungs („Wir haben noch viel Luft nach oben“), gibt die Blumen gerne an den Kollegen weiter: „Ich hatte Dorstfeld schon vor der Saison auf der Rechnung. Und was ich da jetzt in der zweiten Halbzeit gesehen habe, war a la Bonheur.“

Am vorletzten Hinrundenspieltag treffen beide in Brackel erstmals aufeinander. Bis zu jenem 9. Dezember stehen ihnen noch harte Prüfungen bevor. „Keiner wird ohne Rückschläge durch die Saison gehen, dafür ist die Liga zu ausgeglichen“, glaubt Schmeing, der am Sonntag nach Holzen muss. Podeschwa mahnt derweil schon vor der jetzt folgenden Partie beim FV Scharnhorst zu höchster Konzentration: „Das wird unser schwerstes Spiel“, sagt er - und erinnert an eine Partie vor fast genau einem Jahr: damals waren die Dorstfelder erstmals Tabellenführer, mussten nach Rahm, verloren mit 2:4 und kehrten - bis zum letzten Samstag - nie wieder an die Spitze zurück...

INFO

Beide können noch nachlegen

Der SV Brackel 06 hat noch gute Leute in der Hinterhand: Sascha Ambacher, der nach langer Pause sein Comeback feierte, Philipp Leonhardt, Michael Brockmann und Andreas Gutt dürften schon bald wertvolle Alternativen sein.

Auch Dorstfeld kann personell noch nachlegen - u. a. mit Daniel Otto, der nach seinem Bänderriss zuletzt auf der Bank saß und auch gegen Nordkirchen nur zu einem Kurzeinsatz kam. Doch Robert Podeschwa ist sicher: „Er wird uns noch enorm helfen. Da mache ich mir gar keine Gedanken.“

Udo Stark


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