Kinder dürfen beim Lüner SV kicken

Für einen "reibungslosen Brückenschlag" zu Flüchtlingen aus Syrien, die in den nächsten Tagen in Lünen erwartet werden, möchte Fußball-Landesligist Lüner SV sorgen. Das kündigt LSV-Vorsitzender Imdat Acar an. Er verspricht "schnellste und unbürokratische erste Hilfe für Menschen, die fast alles verloren haben".

Lünen.. Der Lüner SV lebe seit Jahren Integration vor. Aktuell bietet er Fußballern aus 15 Nationen eine sportliche Heimat "Nun will der Klub auch Flagge zeigen, wenn es um die Integration von Flüchtlingen geht", erklärt Reinhold Urner, Pressesprecher des LSV. "Wir wollen auf diese Menschen zugehen und ein offenes Sportangebot im Stadion Schwansbell anbieten." Jugendleiter Werner Krause und ein Trainer werden bereit stehen, um Kindern und Jugendlichen der für Lünen zugewiesen Heimatflüchtlinge eine sportliche Betätigung rund um den Fußball anzubieten.

Sinnvolle Beschäftigung

An einem oder zwei Nachmittagen ab 14.30 Uhr vor dem allgemeinen Trainingsbetrieb der LSV-Teams soll Kindern und Jugendlichen für eineinhalb Stunden die Möglichkeit zum Kicken geboten werden. Dabei werde je nach Alter eine Gruppeneinteilung vorgenommen.

"Es kommt gar nicht darauf an, ob Talent vorhanden ist, sondern es geht einfach darum, jungen Menschen eine sinnvolle, sportliche Freizeitbeschäftigung anzubieten. Auch Mädchen sind willkommen. Sportgetränke werden kostenlos gestellt, ebenso die vorhandene Infrastruktur mit Kabinen, Duschen und Toiletten", sagt Urner.

Werner Krause meldet schon erste Unterstützung. "Athavan Varathan, Co-Trainer unserer A-Jugend, hat sich spontan bereit erklärt, die Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen zu übernehmen. Die Jüngeren werden weiteren Trainern und Betreuern zugeordnet." Varathan ist Tamile, stammt selbst aus einer Flüchtlingsfamilie, die vor Jahren Sri Lanka verließ.

Erste Kontakte zur Stadtverwaltung hat der LSV bereits geknüpft. Dem Sportdezernenten Horst Müller-Baß liege ein Fragebogen vor. Wann und wie die Flüchtlinge in Lünen eintreffen, ob als Familien, Einzelpersonen oder Jugendgruppen, steht noch nicht fest.