Kellerkinder unter sich
25.02.2010 | 19:55 Uhr 2010-02-25T19:55:00+0100
Die Dänin Maja Sommerlund ist eine schlaue Kreisläuferin. Sogar eine der schlauesten der Liga. Den Ball fängt sie mit der rechten Hand, mit der linken hält sie sich die Gegnerinnen vom Leib.
35 Jahre ist sie alt, seit 2002 spielt sie in der Bundesliga, zunächst in Frankfurt/Oder, danach beim Thüringer HC, 1. FC Nürnberg und seit 2008 in Sindelfingen. Ob sie sich erinnern könne, über 60 Minuten mal so viel Raum bekommen zu haben, wurde sie am 31. Oktober nach dem 32:27-Sieg in Wellinghofen gefragt. „Ganz eindeutig: noch nie”, antwortete sie wie aus der Pistole geschossen.
Gestern Nachmittag saß Gustl Wilke wieder einmal vor dem Video. „Ich schaue mir noch mal das Trier-Spiel an und filtere die Abwehrschwächen heraus”, erzählte der Trainer der BVB-Handballerinnen, „in der Defensive sehe ich noch Steigerungspotenzial, im Angriff haben wir nach dem Ausfall von Steffi Glathe und Gesine Paulus weniger Optionen.” Sein Traum sei es, im vielleicht vorentscheidenen Duell zweier Abstiegskandidaten Sindelfingen am Samstag „unter 25 Toren zu halten und selbst 25 zu machen.” Parallel dazu kommt es übrigens zum Aufeinandertreffen von Trier und Celle (Anwurf jeweils 19.30 Uhr).
Dass Sindelfingen zuletzt neun Mal in Serie verlor und zuletzt in Frankfurt/O. aus der Halle gefegt wurde (20:37), ist auch Wilke nicht entgangen. Und dennoch: auch die Gastgeber haben einen Sieg eingeplant. „Die Partie gegen den BVB ist das wichtigste Spiel der Saison", glaubt VfL-Coach Emir Hadzimuhamedovic. Manager Jens Bermanseder rechnet vor: „Wir brauchen noch zwei, besser drei Siege. Zuhause gegen Dortmund stehen unsere Chancen nicht schlecht.” Um halb Zwölf reist der BVB, der aus der guten Leistung gegen Trier Kraft und Selbstvertrauen schöpft, am Samstag gen Süden, er wird im Raum Heidelberg zu Mittag essen. Auf der „Abendkarte” steht dann der VfL.
Das Restprogramm der vier Abstiegskandidaten:
12. Borussia Dortmund, 6:28 Punkte, Tore -75
Heimspiele: FHC Frankfurt/Oder, HC Leipzig, Thüringer HC.
Auswärtsspiele: VfL Sindelfingen, SVG Celle.
11. VfL Sindelfingen, 9:25 Punkte, Tore -76
Heim: BVB, Thüringer HC, Bayer Leverkusen.
Auswärts: CVG Celle, FA Göppingen.
10. DJK MJC Trier, 9:25 Punkte, Tore -70
Heim: CVG Celle, FA Göppingen, Buxtehuder SV.
Auswärts: Thüringer HC, Bayer Leverkusen.
9. CVG Celle, 10:24 Punkte, Tore -42
Heim Sindefingen, BVB.
Auswärts: DJK MJC Trier, FHC Frankfurt, HC Leipzig.
Frischauf Göppingen (14:20) und der Thüringer HC (15:19) befinden sich bereits am rettenden Ufer. 14 Punkte werden zum Klassenverbleib reichen. Wenn der BVB sich noch eine Chance ausrechnen will, dann gibt es keine Alternative zu einem Sieg in Sindelfingen. Gelingt dies nicht, hat alle Rechnerei ein Ende.
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