Katharina Grompe sprintet auf Platz sieben

Katharina Grompe (LG Olympia Dortmund) ist über die 60 Meter bei den Deutschen Meisterschaften in Karlsruhe auf den siebten Platz gesprintet. Ein starkes Comeback nach ihren zahlreichen Verletzungen in der Vergangenheit. Zufrieden war die 20-Jährige jedoch nicht.

Dortmund.. Katharina Grompe gab noch einmal richtig Gas, sie rannte fast durch die Mixed Zone. Wirklich glücklich war sie nicht, das verriet ihre Miene, sie war auch nicht zufrieden. "Ich weiß nicht, warum ich im Finale nicht stärker war, ich kann es wirklich nicht erklären. Ich muss es jetzt einfach mal so hinnehmen."

Schwächster Lauf im Finale

Nun war es eigentlich ein Tag, an dem die 20-Jährige mit sich sehr zufrieden sein durfte. Die Dortmunderin war im Vorlauf der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in der Karlsruher Messehalle mit 7,38 Sekunden Bestzeit gelaufen, sie hatte sich im Zwischenlauf auf 7,34 Sekunden gesteigert. Im Finale wurden 7,40 Sekunden für sie gemessen. Platz sieben in einem enorm starken Feld.

Für eine junge Athletin, die eigentlich kaum noch weiß, wie sich ein Wettkampf in drei harten Etappen anfühlt, eine stramme Leistung. Katharina Grompe hatte in den letzten beiden Jahren mit Muskelverletzungen zu kämpfen, zuletzt zwang sie eine Reizung der Achillessehne zu einer langen Pause.

Entschuldigungen zählen nicht

Aber die 20-Jährige nahm den Ball solcher Erklärungen in Sachen fehlender Wettkampfpraxis nicht auf. Ob der Start nicht eigentlich ganz passabel war, ob hinten heraus im Finish die letzten Körner fehlten, sie wisse es nicht, "ich muss es mit meinem Trainer analysieren", und Entschuldigungen wollte sie schon gar nicht gelten lassen.

Sie sei nach der langen Pause auch nicht übermäßig nervös gewesen, "das war heute nicht anders als sonst, ich kenne ja solche Wettkämpfe".

Beeindruckendes Niveau

Eines habe dieser Tag gezeigt: "Es war heute ziemlich schwierig, überhaupt ins Finale zu kommen." Tatsächlich zauberten die schnellsten jungen Frauen Deutschland ein beeindruckendes Niveau auf die Karlsruher Tartanbahn, es reihten sich in den Vor- und Zwischenläufen die persönlichen Bestleistungen aneinander, es waren ungemein enge, spannende Rennen, in denen um jeden Millimeter gekämpft wurde.

"Der deutschen Frauen-Sprint hat ein enorm hohes Potenzial", meinte Katharina Grompe, wer in die Staffel kommen wolle, der müsse schon reichlich schnell sein.

Tag hat Auftrieb gegeben

So unzufrieden sie mit dem Finale auch war, so wollte sie doch nicht leugnen, dass ihr dieser Tag in Karlsruhe ein wenig Auftrieb gegeben habe. Jetzt endlich einmal gesund bleiben, "und im Sommer dann so weit wie möglich vorn dabei sein", das wünscht sie sich. Gelingt das, ist sie sicher bald auch wieder ein wenig glücklicher.