Jörg Minnerup: "Das Gefälle war erschreckend"

Die Vorrunden der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft der Jugend sind beendet, am Sonntag finden in der Rundsporthalle die Finalspiele statt. Wir haben mit Jörg Minnerup, Vorsitzender der Fachschaft Jugendfußball im Stadtsportverband, gesprochen.

Lünen.. Wie ist ihre erste Bilanz nach der Vorrunde?

Teils positiv, teils nicht ganz so gut. Die Zuschauerzahlen bewegen sich im üblichen Rahmen. Wir liegen bisher etwas über 1000. Genaue Zahlen haben wir noch nicht. Eventuell liegen wir leicht über dem Vorjahr. Sportlich war ich allerdings nicht ganz so begeistert.
Was hat Ihnen sportlich nicht gefallen?

Das Leistungsgefälle war erschreckend. Bei der F-Jugend hat man das besonders gemerkt. Auch in den übrigen Klassen gab es allerdings je eine Mannschaft, die nicht mithalten konnte. Außerdem war das Niveau bei der A und B nicht sonderlich hoch. Überrascht hat der Lüner SV, der viermal im Endspiel steht.


Wie fair haben sich die Lüner Spieler präsentiert?

Da wiederum muss ich die A- und B-Junioren loben. Sonst die Problemklassen, verlief diesmal alles sehr friedlich. Zeitstrafen gehören in der Halle dazu. Auch insgesamt ging es fair zu. Nur einmal - bei der C-Jugend - gab es eine Rote Karte wegen Schiedsrichter-Beleidigung.


Die Junioren spielen nach den alten Regeln, die Senioren nach den neuen. Gab es deswegen Verwirrung?

Nein. Die Schiedsrichter sind gut damit klar gekommen. Sie kommen schließlich auch aus unterschiedlichen Kreisen. Zudem ist auch das Publikum bei der Jugend im Vergleich zum Senioren-Turnier ein anderes. Diejenigen, die bei beiden anwesend waren, sind ohnehin meist Funktionäre und gut informiert.
Wie sehen die Regeln im nächsten Jahr aus?

Das kann man nicht definitiv sagen. Wir werden sehen, wie es beim nächsten Mal läuft. Im Übrigen haben mir die Regeländerungen bei den Senioren gefallen. Die effektive Spielzeit in der letzten Minute hat viel Hektik aus dem Spiel genommen. Dennoch fände ich es weiter nicht gut, mit einem Futsal zu spielen.


Eine Neuerung gab es dennoch bei den Kleinen. Die Minis und F spielen keinen Stadtmeister aus. Was ist der Hintergrund?

Letztlich kommt diese Änderung von ganz oben, vom Deutschen Fußball-Bund. Für die Kleinsten soll es um Erlebnisfußball gehen. Allerdings ist Fußball ein Wettbewerbssport, Niederlagen gehören dazu. Die Frage ist, wann lernt man mit diesen umzugehen. Bei den Minis kann man die Maßnahme verstehen. Bei der F kann man darüber diskutieren.
Wie macht sich der Erlebnisfußball bei der Lüner Stadtmeisterschaft bemerkbar?

Den Kindern war das egal. Sie haben genauso engagiert gespielt wie zuvor. Ebenso wenig hat es dem Zuschauerinteresse geschadet. Den Unterschied macht die Endrunde. Dort flossen schon einmal Tränen, man hat sich aber auch über Medaillen gefreut. Die Endrunde fällt nun weg in diesen Altersklassen, so auch einige Zuschauer.