Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Leichtathletik

Jana Hartmann ist ab sofort eine ganz normale Sportlerin

09.10.2012 | 19:18 Uhr
Jana Hartmann ist ab sofort eine ganz normale Sportlerin

Dortmund. Schneller, höher, weiter – der Leistungssport kann manchmal ganz schon brutal sein. Nach der für sie unglücklich verlaufenen Saison 2012, in der sie ihren Olympia-Traum nicht verwirklichen konnte, gehört Jana Hartmann (LGO) nicht mehr der Spitzensportabteilung der Bundespolizei und dem B-Kader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes an. „Ab sofort bin ich eine ganz normale Sportlerin“, beschreibt die sechsfache deutsche 800m-Meisterin ihren augenblicklichen Status.

Allerdings will sich die WM-Teilnehmerin 2009 in Zukunft nicht mit lockerem Joggen am Dortmunder Phoenixsee oder im Rombergpark begnügen. „Meine Ansprüche liegen deutlich höher“, betont Hartmann, die dem Leistungssport weiter treu bleiben möchte. Für eine Fortsetzung ihrer erfolgreichen Karriere muss die Polizeiobermeisterin in nächster Zeit jedoch den Spagat zwischen Beruf und Sport schaffen. Wann und wo sie wieder bei der Bundespolizei anfangen wird, ist momentan noch nicht geklärt. „Ich hoffe“, so Hartmann, „dass ich wieder zur Bundespolizeiinspektion Dortmund komme und dort auf meinen alten Arbeitsplatz am Flughafen zurückkehren kann.“

Neuanfang mit Hoselmann

Sportlich hat sich die 31-jährige Dortmunder Mittelstrecklerin bereits neu ausgerichtet. Im September trennte sie sich von ihrem langjährigen Trainer Pierre Ayadi und wird nun von LGO-Coach Marcus Hoselmann betreut. „Pierre Ayadi ist nicht verantwortlich dafür, dass ich mich in diesem Jahr nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren konnte. Ich bin ihm unwahrscheinlich dankbar, denn unter seiner Anleitung habe ich meine bisher größten Erfolge errungen. Mit der Zeit hatten sich jedoch bei uns Gewohnheiten eingeschlichen, die mich sportlich nicht weiterbrachten. Daher versuche ich jetzt einen Neuanfang mit Marcus Hoselmann“, erläutert Jana Hartmann.

Dortmunds Vorzeige- Leichtathletin, die eine persönliche 800m-Bestzeit von 2:00,71 Minuten (2009) hat, stand in den letzten vier Jahren physisch und psychisch unter Dauerstress. Wochenende für Wochenende jagte sie während der Bahnsaison irgendwelchen Normen nach. Der immense Druck, der auf ihren schmalen Schultern lastete, kam nicht nur von außen, sondern war auch selbst auferlegt.

Zu ihrer Neu-Orientierung gehört daher u.a., dass sie sich dem Dauerstress, schwer zu realisierender Ziele, nicht mehr aussetzen möchte. „Das Unterbieten der Zwei-Minuten-Marke habe ich aus meinem Kopf verbannt. Mein vorrangiges Ziel ist, wieder mit Spaß laufen zu können,“ betont Hartmann. Um sich zusätzlich nicht unter Druck zu setzten, wird sich die WM-Teilnehmerin 2009 in Zukunft mit Prognosen zurückhalten. „Natürlich habe ich auch weiterhin Ziele“ verrät sie, „aber diese sind recht kleinschrittig, und ich werde sie nicht mehr nach außen proklamieren.“

Mehr Qualität als Quantität

Mit dem Wintertraining hat Jana Hartmann inzwischen begonnen. Oft trainiert sie zusammen mit den Männern der LGO, denn die Dortmunder Leichtathletik-Vereinigung verfügt im Mittel- und Langstreckenbereich über ein gutes Netzwerk. Da ihr neuer Trainer Marcus Hoselmann aus dem Sprintbereich kommt, hofft Jana Hartmann, die über 400m eine Bestzeit von 54,35 Sekunden hat, auf eine Verbesserung ihrer Grundschnelligkeit: „Ich werde in Zukunft mehr Wert auf Qualität statt auf Quantität legen.“

Peter Middel

Empfehlen
Rund ums Thema
Kommentare
Facebook
Kommentare
Fotos und Videos
Bobfahrer in Dortmund
Bildgalerie
Wintersport
Hombruch bejubelt den Aufstieg
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Torwart-Trio der Eisadler ist komplett
Eishockey
Zwei Neuzugänge für die kommende Saison können die Eisadler vermelden. Beide Torhüter sind ehemalige EHC-Spieler und kehren nun nach Dortmund zurück.
Erster Sieg für die Giants
American Football
Endlich ein Grund zum Feiern: Mit 9:3 haben die Giants Dortmund das Derby gegen die Essen Cardinals für sich entschieden. Nach dem defensivstarken Auftritt zeigte sich Coach Bartos Labus zufrieden.