HSG-Trainer Kohl sah seine Mannschaft im Soll

Das Handballjahr 2014 ist Vergangenheit Grund genug, mit Niclas Kohl zurück und nach vorne zu blicken. Der 33-Jährige wird auch in der Saison 2015/16 auf der Trainerbank des Landesligisten HSG Schwerte/Westhofen sitzen und dann in seine fünfte Spielzeit als HSG-Trainer gehen.

SCHWERTE.. Herr Kohl, wie weh tut der missratene Jahresabschluss, das 26:27 gegen den Tabellenletzten, Eintracht Hagen 3?
Eigentlich halte ich nicht viel davon, laut zu werden. Aber am Sonntag war das sowohl in der Halbzeit als auch nach dem Spiel der Fall. Mich ärgert es unheimlich, dass die Mannschaft vieles von dem, was wir uns in mühevoller Kleinarbeit aufgebaut haben, mit diesem Spiel im Handstreich zunichte gemacht hat.

Sieht man von diesem Spiel mal ab, ist die Saison bisher aber ordentlich gelaufen, oder?
Ich denke, wir haben das Erwartbare geleistet. Wir haben gegen die ersten Drei der Tabelle verloren - Spiele, die man sicher verlieren kann. Dabei muss man sich schon ein bisschen grämen, denn in Schwitten hätten wir mit etwas Cleverness etwas holen können und gegen Hohenlimburg haben wir den Start verschlafen. Und die Spiele, die wir gewinnen mussten, die haben wir auch gewonnen - bis zum Hagen-Spiel. Bis dahin konnte man sagen: Es ist uns zwar nicht gelungen, einen Big Point zu holen, aber wir sind voll im Soll.
Sie gehen 2015 in ihre fünfte Saison als HSG-Trainer. Mussten Sie bei Ihrer Zusage lange überlegen?
In den vergangenen Jahren habe ich mit der Mannschaft überwiegend Ergebnisse erreicht, die über dem Strich lagen. Vor allem mit dem dritten Platz der Vorsaison war nicht unbedingt zu rechnen. Ich fühle mich mit der Mannschaft nach wie vor sehr wohl, aber angesichts von Beruf und Familie musste ich schon überlegen. Ganz alleine hätte ich es nicht mehr gemacht. Es musste ein neuer Impuls her, und das haben wir mit Peter Hengstenberg als Co-Trainer hingekriegt - ein guter Griff.

2011 ist die HSG aus der Verbandsliga abgestiegen. Wie realistisch ist eine Rückkehr in diese Spielklasse?
Der Wunsch ist vorhanden. Aber die Realität darf nicht zu weit davon entfernt liegen. Man darf nicht vergessen, dass sich bei uns ein Umbruch vollzogen hat und weiter vollziehen wird. Mit Timm Höntsch hat ein wichtiger Spieler aufgehört, Torwart Sebastian Emde ist gerade Vater geworden - da muss man abwarten. Aber junge Leute wie Dominik Yaltzis und Max Arnold haben sich sehr gut entwickelt, so kann ich mir das auch bei Angel, Bönnighausen und Polesny vorstellen.

Was bedeutet das für die sportlichen Ziele?
Die Schritte, die wir machen, um oben anzugreifen, sind keine Quantensprünge. Aber als langfristiges Ziel würde es mir durchaus gefallen, wieder in der Verbandsliga zu spielen. Sich aber jetzt hinzustellen und zu sagen, wir steigen auf jeden Fall auf, das wäre mir zu heiß.