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Hombruch bejubelt Titelverteidigung

04.09.2011 | 19:41 Uhr
Hombruch bejubelt Titelverteidigung
Westfalia Hombruch bejubelt den Stadtmeistertitel 2011.

Da soll nochmal einer sagen, diese Handball-Stadtmeisterschaft sei nur ein Vorgeplänkel, ein lockerer Aufgalopp für die 14 Tage später beginnende Saison. Die komplette Finalrunde – bei Frauen wie Männern – war ganz eng, hoch spannend, und endete mit einer Überraschung und einer Titelverteidigung.

Stadtmeister bei den Frauen wurde der ASC 09, der sich im Endspiel mit 8:7 gegen Favorit BVB 2 durchsetzte. Bei den Männern jubelte wie im Vorjahr Westfalia Hombruch. Der 9:8-Siegtreffer über den starken OSC fiel in letzter Sekunde – per Siebenmeter.

Es war der Höhepunkt einer Finalrunde, die alles mitbrachte, was sich das Publikum in der Sporthalle Aplerbeck wünschen konnte. Im Duell der Titelträger der beiden vergangenen Jahre lag meist der OSC knapp vorn, hatte mit Kapitän Philipp Schürmann, Neuzugang Philipp Lemke und Benny Strauß viel Rückraum-Qualität. Als der OSC nach 16 Minuten aber erstmals mit zwei Toren führte (8:6), da schlug sich das Schicksal auf die Seite der Hombrucher. In Person der Schiedsrichter, die den OSCern Lemke und Strauß kurz aufeinander die zwei Finger zeigten. Hombruch nutzte die Überzahl, Mark Kähler und Jonas Höhmann glichen aus, und dann folgte der Auftritt von „Patty“ Hoffmann:

Fünf Sekunden vor Schluss gab es den Siebenmeter – Hoffmann trat wie selbstverständlich an – und scheiterte am starken OSC-Keeper Julian Stumpf, der allerdings nur abklatschen konnte. Hombruchs Rechtsaußen Björn Panhorst reagierte am schnellsten, wurde angegangen, und es gab erneut Siebenmeter. Pattrick Hoffmann nahm sich die Kugel ein zweites Mal – freiwillig, und sicher in dem Bewusstsein, dass jegliche Handballerfahrung jetzt nach einem anderen Schützen verlangt hätte. Er bestand die Nervenprobe, diesmal hatte Stumpf das Nachsehen und Hombruch durfte jubeln.

Es gehört zwangsläufig zum Handball, dass in dieser Schlussphase die Nerven bei den Beteiligten blank lagen, dass es auch eine Rote Karte gab (für OSC-Hitzkopf Florian Edeling), und dass noch lange nach dem Ende heiß diskutiert wurde – natürlich auch mit den Schiedsrichtern.

Aber auch das gehört zum Handball: Als zwei Stunden später im Hörder Cabaret Queue die traditionelle Party begann, waren alle Streitigkeiten längst vergessen. Bis tief in die Morgenstunden wurde gefeiert und die Endspiel-Verlierer vom OSC registrierten gelassen, fast gönnerhaft das Hombrucher Meister-Gehabe. Bei umgekehrtem Ausgang wäre es genauso gewesen...

ASC-„Jugend“ feiert Maike Pollkläsener – 8:7-Sieg über BVB

Im Frauen-Finale gab es die ganz dicke Überraschung: Wie erwartet trafen die beiden klassenhöchsten Teams aufeinander, mit der klaren Favoritenrolle für Titelverteidiger und Drittligaaufsteiger BVB 2. Gegner war der ASC 09, der im April als reine A-Jugend den Aufstieg in die Oberliga schafft. Kaum jemand hatte dem jungen ASC-Team nach den bis dahin gezeigten Leistungen im Endspiel etwas zugetraut.

Vermutlich auch die Borussinnen nicht. „Ganz klar eine Sache der Einstellung“, befand die enttäuschte BVB-Trainerin Sandra Rother nach einem Finale, in das die Aplerbeckerinnen schlicht ein Plus an Siegeswillen einbrachten. Im Angriff nutzten die ASC-Mädels – geführt durch ihre starke Spielmacherin Nicol Bojda – die Lücken in der zu offensiv deckenden BVB-Abwehr. Den eigentlichen Grundstock sie aber in der Abwehr. Angepeitscht durch ihren neuen Trainer Mike Wiemann kämpften sie verbissen gegen die BVB-Angriffe, und sie hatten in Maike Pollkläsener eine glänzende Torhüterin, die nach Ablauf der 20 Minuten zu Recht als Matchwinnerin gefeiert wurde.

Für Sandra Rother blieb die Hoffnung, dass diese Stadtmeisterschaft als die misslungene Generalprobe zu werten sei: „Alle haben gesehen, dass es noch viel zu tun gibt. Vielleicht war es der Schuss vor den Bug zur rechten Zeit.“

Einen starke Eindruck hatten in den Vorrunden und in den Halbfinals die beiden Dortmunder Landesligisten hinterlassen. Sowohl Westfalia Hörde (gegen den ASC) als auch der ATV Dorstfeld (gegen BVB 2) hatten die Klassenhöheren Teams am Rand einer Niederlage.

Volker Surkamp

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