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Ruder-WM

Holtmeyer traut dem Achter großen Wurf zu

29.08.2009 | 12:40 Uhr
Holtmeyer traut dem Achter großen Wurf zu

Dortmund. 1988 gewann der Deutschland-Achter bei den Olympischen Spielen in Seopul seine dritte und bislang letzte olympische Goldmedaille. Trainer des deutschen Flaggschiffs war damals Ralf Holtmeyer. Der ist jetzt wieder Chef des Boots und hofft am Sonntag auf WM-Gold für den Achter.

Ralf Holtmeyer war es, der damals als junger Trainer mit 32 Jahren das Flaggschiff des deutschen Rudersports wieder ins Rampenlicht zurückholte und in Dortmund das Team formte, das in den Folgejahren eine einmalige Siegesserie startete: Bis 1996 sammelten die Achter-Recken fünf WM-Titel und zwei olympische Medaillen ein.

Erfolgssträhne wiederholen

Ralf Holtmeyer beobachtet das Training seiner Crew. Foto: Imago

„Ich kann mir vorstellen, dass wir eine solche Erfolgssträhne mit der jetzigen Mannschaft wiederholen können", sagte Holtmeyer, der nach einer achtjährigen „Auszeit” als Trainer des Frauenachters jetzt wieder das Flaggschiff der Männer trainiert. Und das prompt mit großem Erfolg. Bislang ungeschlagen steuert die Crew nach dem letzten Platz in Peking am Sonntag bei den Weltmeisterschaften in Poznan dem Titel entgegen. Holtmeyer ergänzte: „Voraussetzung ist aber, dass wie alle innerhalb des Verbandes konsequent zusammen arbeiten.”

Der nach dem Olympia-Debakel entstandene Graben zwischen dem Dortmunder Leistungszentrum und dem Deutschen Ruderverband ist kleiner geworden, auf der sportlichen Ebene kommen sich beide Seiten näher. Holtmeyer und der im Herbst vergangenen Jahres installierte DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher gehen aufeinander zu und haben ähnliche Ansätze, um die deutsche Ruderflotte Richtung London 2012 wieder flott zu machen.

Große Erfahrung

„Ich habe von Hartmut profitiert, er hat mich ja zurück geholt in den Männerbereich”, sagte Holtmeyer und Buschbacher bemerkte: „Ralf ist einer der erfolgreichsten deutschen Rudertrainer. Wichtig sind seine große Erfahrung im Großboot sowie sein absoluter Ehrgeiz und Siegeswillen. Er setzt außerdem wie ich auf das Leistungsprinzip.”

Beide trauen dem Deutschland-Achter im Finale den großen Wurf zu. Den WM-Titel, nichts anderes haben auch die Jungs im Kopf. Schließlich ist das Team ungeschlagen. Und am Sonntag um 13:03 Uhr liegen die gleichen Boote am Startponton nebeneinander wie sieben Wochen zuvor in Luzern: Olympiasieger Kanada, der Olympia-Zweite aus Großbritannien, die Niederlande, Polen und Italien.

Mit Medaillenchancen geht auch der Frauenachter und der Zweier ohne Steuerfrau in die Endläufe. Drei heiße Eisen hat der Dortmunder Stützpunkt im Feuer - und vielleicht gelingt es dem Deutschland-Achter ja tatsächlich, den Grundstein für eine neue Ära zu legen.

Carsten Oberhagemann

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