Hoffen auf die große Überraschung
24.06.2010 | 17:04 Uhr 2010-06-24T17:04:00+0200
Bei Meisterschaften im Radsport verhält es sich so wie mit den berüchtigten Pokalspielen im Fußball. Da gewinnt nicht immer der Bessere, eher der Sportler - oder das Team - mit dem größeren Kämpferherz. Genau auf dieses ungeschriebene Gesetz hofft auch das Dortmunder Team Nutrixxion bei der am Sonntag stattfindenden Deutschen Straßenmeisterschaft in Sangershausen im Harz.
„Stimmt“, sagt Mark Claußmeyer, „auf dem Papier sind wir eher in der Außenseiterposition. Aber eine Überraschung ist bei optimalem Verlauf immer drin.“ Optimaler Verlauf heißt in diesem Fall: Möglichst früh müsste sich eine bunt gemischte Gruppe absetzen, in der möglichst alle Teams vertreten sind, damit das Hauptfeld kein Interesse an der Verfolgung hat. Der Idealfall für jeden Ausreißer.
„Wir wissen natürlich, dass die Konstellation etwas schwierig ist und die Pro-Tour-Teams mit zahlenmäßig großen Mannschaften an den Start gehen werden“, will Nutrixxion-Teamchef Mark Claußmeyer die Erwartungshaltung an sein Jungs nicht zu hoch ansetzen.
Während die Konkurrenz zum Teil mit 15 Fahrern und mit einer Tour de Suisse als ideale Vorbereitung in den Beinen im Harz antritt, konzentrieren sich die Dortmunder auf ihren Kern rund um Kapitän Dirk Müller, der 2006 mit einer sensationell starken Leistung zum Meistertitel fuhr. „Sicherlich werde ich von der Konkurrenz jetzt etwas stärker beobachtet als noch vor vier Jahren“, schmunzelte Müller.
Und dennoch: Der Kurs in Sangershausen lässt durchaus eine Überraschung zu. Auf der knapp zehn Kilometer langen Runde mit zwei giftigen Steigungen haben Ausreißer gute Chancen aufgrund der zahlreichen Kurven und zum Teil recht schmalen Straßen.
Neben Müller setzt Claußmeyer noch auf Neuzugang Sergej Fuchs und Kim Lachmann, mit Abstrichen auch auf Philipp Mamos. „Für unseren Sprinter Steffen Radochla dürfte der Kurs allerdings etwas zu schwierig sein“, glaubt Claußmeyer.
Womit der Dortmunder ganz richtig liegt. Denn die Runde im Südharz hat es in sich. In jeder Runde sind nur 115 Höhenmeter zu bewältigen. Der giftigste Anstieg davon liegt direkt im Zielbereich. Da insgesamt 21 Runden zu fahren sind, stehen unterm Strich nach 204 km insgesamt 2415 Höhenmeter. Für Sprinter ist das wirklich kein ideales Terrain.
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