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Leichtathletik

Hoffen auf den Hattrick

14.06.2012 | 18:48 Uhr
Hoffen auf den Hattrick

Die beiden letzten Qualifikationsrennen in Huelva und in Lille haben Jana Hartmann ganz schön geschlaucht. Daher hat sie in den letzten Tagen sehr viel geschlafen und nur noch leicht trainiert. Schließlich muss die 31-jährige LGO-Mittelstrecklerin am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften in Wattenscheid absolut fit sein, denn sie strebt über 800m den Titel-Hattrick an.

Zudem hat sie ihre hochgesteckten Ziele, sich für die Europameisterschaften in Helsinki und die Olympischen Spiele in London zu qualifizieren, noch nicht aufgeben. Allerdings muss für eine Normerfüllung – 2:01,00 für Helsinki und 1:59,75 Minuten für London – das Rennen in der Lohrheide richtig schnell werden. Dennoch: Trotz ihrer bakteriellen Infektion, die eine dreiwöchige Wettkampfpause erforderlich machte, sieht Jana Hartmann für sich noch ein Fünkchen Hoffnung: „Ich werde weiter bis zum letzten Tag für meinen großen Traum kämpfen.“

Dabei kommt der Dortmunderin entgegen, dass der Deutsche Olympische Sportbund auf Antrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes den Nominierungszeitraum für die Olympischen Spiele bis einschließlich 6. Juli verlängert hat.

Unabhängig von der Nominierung steht Jana Hartmann am Sonntag um 16.05 Uhr in der Lohrheide vor einer äußerst schwierigen Aufgabe, und sie ist sich der großen Last, die auf ihren schmalen Schultern ruht, auch bewusst: „Auf der 800m-Strecke liegt in diesem Jahr alles dicht beieinander, daher betrachte ich alle Läuferinnen als Konkurrentinnen. Eins ist sicher: Eng wird es auf jeden Fall werden.“

In der DLV-Bestenliste nimmt Hartmann mit 2:02,30 Minuten hinter Corinna Harrer (Regenburg, 2:01,60 Min.) den zweiten Platz ein. Die Regensburgerin, die sich schon für London qualifiziert hat, wird wahrscheinlich über 1500m starten, so dass der Weg frei wäre für Jana Hartmann, die eine gewiefte Taktikerin und große Kämpferin ist.

Ihre Teamkollegin Monika Merl, die mit 2:04,20 Minuten derzeit Fünfte der DLV-Besenliste, übte am vergangenen Wochenende Wettkampfabstinenz, um sich ganz auf die Wattenscheider Titelkämpfe zu konzentrieren. „Für mich ist ähnlich wie für Jana augenblicklich alles offen. Ich bin gesund, so dass ich bis zum Letzten kämpfen werde, um das Optimum für mich herauszuholen“, hat sich die frühere deutsche 800m-Meisterin vorgenommen.

Fine hofft auf den Endlauf

Wegen ihres Zehenbruchs, der noch nicht ganz auskuriert ist, wird Friederike Feil (LGO) über 3000m-Hindernis ihren dritten Platz aus dem Vorjahr nicht wiederholen können. Da die Ernährungswissenschaftlerin erst seit kurzem wieder in Spikes laufen kann, gibt sie bei den Titelkämpfen in der Lohrheide der 5000m-Flachstrecke den Vorzug. Ihrem Start auf der Zwölfeinhalb-Runden-Distanz blickt sie ganz entspannt entgegen: „Ich kann unter den gegebenen Voraussetzungen nichts verlieren. Daher werde ich in dem Feld nur einfach mitrennen. Erst nach den DLV-Titelkämpfen werde ich mich wieder auf die Hindernisse konzentrieren.“

Recht ausgeglichen wird das Feld im 400m-Lauf der Männer gestalten, so dass für Sebastian Fiene (LGO), der in dieser Saison bereits 47,37 Sekunden lief, das Erreichen des Endlaufs ein großer Erfolg wäre. „Dafür muss ich aber unter 47 Sekunden“, ist sich der Schützling von Marcus Hoselmann ziemlich sicher.

Ein Fragezeichen steht hinter der Teilnahme von Konstantin Gens (Teutonia Lanstrop), der sich im Dreisprung mit 15,36m für Wattenscheid qualifizierte. Leistenbeschwerden können dem Lanstroper eventuell einen Strich durch die Rechnung machen.

Peter Middel


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