Höchstens Traumstart ist perfekt
16.10.2011 | 21:01 Uhr 2011-10-16T21:01:00+0200
Borussia Höchstens Trainer Carsten Hergert fasste die vergangenen fünf Wochen in nur einem Satz zusammen: „Jetzt haben wir unseren Traumstart.“ In der Tat. Nach dem 42:34 (16:15) gegen den TuS Volmetal können sich die Höchstener sicher sein, dass sie als Verbandsliga-Spitzenteam in die Herbstpause gehen. Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, dann war die Begegnung gegen Volmetal ein überzeugender – immerhin reisten die Hagener als einer der Aufstiegsfavoriten an.
Wenn es nach der individuellen Stärke geht, sind sie das vielleicht. Insbesondere im rechten Rückraum, wo sie mit Thomas Kersebaum den überragenden Schützen stellten. Doch Handball ist nun mal ein Mannschaftssport – und was die mannschaftliche Geschlossenheit angeht, waren die Höchstener den Gästen deutlich überlegen. Wenn auch, wie Hergert gern zugab, der Sieg mit acht Treffern Differenz „am Ende etwas zu hoch ausgefallen ist.“
Der Torwart als
Feldspieler
Lange Zeit schaffte es keine Mannschaft, sich merklich abzusetzen. Die Volmetaler hatten sich – als erstes Team in dieser Saison – einen besondere taktische Finesse gegen Höchstens offensive Deckung ausgedacht. Entweder spielte der Torwart mit, oder er wurde durch einen siebten Feldspieler ersetzt. Die Idee war zweifelsohne gut, die Umsetzung indes weniger. Ähnlich verhielt es sich mit der Manndeckung gegen Höchstens Spielmacher Marc Bradtke. Auch die erwies sich eigentlich als probates Mittel. Warum die Volmetaler die in der Schlussphase aufgaben, sollte ihr Geheimnis bleiben. In eben jener Schlussphase machten die Höchstener den Sieg perfekt. „Uns zeichnet aus, dass wir zum Schluss noch einen Gang zulegen können“, so Hergert. Von 29:28 (49.) zog sein Team auf 35:30 (53.) davon. Während Volmetal in Hektik verfiel, spielte Höchstens ganz souverän sein Spiel herunter.
Und kann sich nun mindestens zwei Wochen an der Tabellenspitze sonnen. Obwohl: „Bei unserer derzeitigen Form“, so Hergert, „kommt die Pause eigentlich nicht zur rechten Zeit.“
TV Schwitten - OSC 30:27
Dass es auch den OSC irgendwann erwischen würde, war zu erwarten, auch dass es beim TV Schwitten passierte, ist nicht die Überraschung. „Hier kann man verlieren“, fand Thorsten Stoschek Anerkennung für die Atmosphäre in Menden und die Leistung der Gastgeber. Die Art und Weise, wie die 27:30 (10:11)-Niederlage zustande gekommen war, hatte den OSC-Trainer allerdings mächtig auf die Palme gebracht.
„Wir haben die ganze Woche darüber gesprochen, wie Tihomir Knez spielt, wir haben es vor dem Spiel getan und in der Pause. Wenn dann nichts von den klaren Vorgaben umgesetzt wird, hat das nichts mehr mit mangelnder Erfahrung zu tun.“
„Gefühlte 15 Tore“ (Stoschek) erzielte der Schwittener Spielertrainer in seiner unkonventionellen Spielweise und war damit einmal mehr der Matchwinner. Aber es war nicht die Abwehrschwäche gegen Knez allein. Vor allem im ersten Durchgang war es auch der OSC-Angriff, der in alte Schwächen zurückfiel: „Wir haben mit 32 Angriffen nur zehn Tore erzielt, dabei auch allerbeste Chancen vergeben“, so Stoschek. Und wenn die Trainerkritik Angriff und Abwehr traf, dann blieben auch die Torhüter nicht außen vor: „Alle drei sind eingesetzt worden,“ erklärte Stoschek vielsagend.
Trotz allem stand der OSC in der Schlussphase ganz nah vor dem Ausgleich, aber auch jetzt fanden die Bälle bei besten Chancen nicht ins Ziel
Hombruch - HSC Recklinghausen 30:30
Einerseits war er nach den 60 aufreibenden Minuten noch längst nicht entspannt, vielleicht auch ein wenig enttäuscht darüber, dass es „nur“ eine Punkteteilung geworden war, letztlich überwog bei Kai Ruben aber doch klar die Zufriedenheit: „Das war unsere beste Saisonleistung!“
30:30 (13:13) trennte sich Westfalia Hombruch am Samstag von dem hoch eingeschätzten Recklinghausener HSC, der fast komplett seine gefürchtete Bundesliga-A-Jugend eingesetzt hatte.
Die Zuschauer in der Halle Renninghausen erlebten eine über die gesamten 60 Minuten immer spannende Partie mit wechselnden Führungen und einem am Ende wohl gerechten Remis. Vor allem im ersten Durchgang war es die Hombrucher Defensive, die das Spiel bestimmte. Mit hoher Konzentration verschob die Westfalia-Deckung gegen die schnellen Recklinghausener Angreifer, und wenn die Schüsse der Gäste doch durchkamen, dann stand da ein fast unüberwindlicher Lars Deuter zwischen. Egal ob die HSC-Schützen beim Gegenstoß frei durch waren oder aus der Distanz abzogen, egal ob die Bälle hoch oder flach kamen, Deuter war da, hielt auch einen Siebenmeter. Und es war nicht nur die Erfahrung, das gute Auge des Routiniers; Lars Deuter ist nach Überwindung von gesundheitlichen Problemen offensichtlich in bester körperlicher Verfassung, hat wieder richtig Spaß an seinem Torhüter-Job gefunden.
Für Trainer Kai Ruben war aber die positive Entwicklung im Angriffsspiel seiner Mannschaft ganz wichtig. „Wir haben viel von dem umgesetzt, was wir im Training erarbeitet haben. Es wurde flexibler gespielt, schneller – wir können richtig zufrieden sein.“
Dabei kam den Hombruchern sicher entgegen, dass Recklinghausen ihnen mit der 6:0-Abwehr die nötige Ruhe zum Aufbau gab. Mark Kähler und im zweiten Durchgang zunehmend Patrick Hoffmann waren vor allem auch in Eins-gegen-eins-Situationen die Aktivposten. Und die Moral stimmte: In der 38. Minute schienen die Gäste mit vier Toren Vorsprung fast enteilt (16:20), aber 12 Minuten Später lag Hombruch 25:22 vorne
PSV Recklinghausen - ATV Dorstfeld 27:23
So nah war der ATV Dorstfeld in dieser Saison noch nie an einem Punktgewinn. Beim PSV Recklinghausen unterlag er zwar mit 23:27 (15:13), musste sich aber über viel zu viele ausgelassene Chancen ärgern. Gegenüber den ersten Spielen präsentierte sich der ATV verbessert, dank einer starken Deckungsleistung führte er nach 25 Minuten mit 15:11, fünf Minuten nach der Pause immerhin noch mit drei Treffern (18:15). Dieser Vorsprung schmolz, weil der ATV auch beste Möglichkeiten ungenutzt ließ. „Wir haben dem gegnerischen Torwart Löcher in den Bauch geschossen“, ärgerte sich Trainer Rüdiger Edeling. In der letzten Viertelstunde erzielten die Dorstfelder nur noch drei Treffer, so dass Recklinghausen nicht nur zweieinhalb Minuten vor dem Ende auf 23:23 ausglich. sondern die Partie noch drehte.
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