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Heftige Höchstener Niederlage

21.10.2012 | 20:17 Uhr
Heftige Höchstener Niederlage

Wenn sich Borussia Höchsten und der TuS Volmetal gegenüberstehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein nicht ganz gewöhnliches Handballspiel herauskommt, ziemlich hoch. In der vergangenen Saison war es die Anzahl der Treffer; auf 82 brachten es beide Teams in 60 Minuten. Diesmal war es der etwas ungewöhnliche Spielverlauf:
     1. - 25. Minute: 14:13 Höchsten.
26. - 35. Minute: 10:0 Volmetal.
36. - 60. Minute: 14:14.

Macht in der Addition eine ziemlich happige 28:37 (14:19)-Niederlage der Höchstener gegen den Tabellenführer . „Eine vielleicht etwas zu hohe, aber völlig verdiente Niederlage“, wie Höchstens Trainer Carsten Hergert zugab. Was er nicht ansprach, war das Fehlen von gleich vier Spielern und die daraus resultierende etwas dünne Besetzung der Höchstener Bank. Man hätte das als Erklärung für die klare Niederlage anführen können. Hergert verzichtete darauf.

Es waren nicht allein jene neun Minuten – kurz vor und kurz nach der Pause –, in denen die Höchstener schlechter waren. In dieser Phase machte sich das nur am deutlichsten bemerkbar. Und der Gast aus Volmetal, als einziges Team in der Verbandsliga noch ohne Punktverlust, nutzte es konsequent aus. Wie ein Spitzenteam eben.

Mit der Herausnahme des Torhüters bei Ballbesitz und der Einwechselung eines siebten Feldspielers verhinderten die Hagener geschickt die Höchstener Offensivdeckung. So haben sie es auch schon in der Vergangenheit gemacht, „das wussten wir, darauf konnten wir uns einstellen“, merkte Hergert an. Allerdings nutzte sein Team die sich bietenden Möglichkeiten zu wenig. Mehr als einmal landeten Höchstener Gegenstoßpässe direkt wieder beim Gegner, ebenfalls mehr als einmal versuchten die Borussen vom eigenen Kreis aus, das verwaiste gegnerische Tor zu treffen – und verfehlten es. „Na klar, das sieht blöd aus“, nahm Hergert seine Spieler disbezüglich in Schutz, „allerdings ist das im Training auch deutlich einfacher als im Spiel.“ Was er ihnen schon eher ankreidete, war das lasche Deckungsverhalten. „Da sind wir viel zu lieb, da muss es auch mal knallen“, forderte er. Da die Höchstener diese körperbetonte Deckungsform aber nicht so mögen, verteidigen sie lieber offensiv. Wenn man sie denn lässt.

Kampflos, lustlos

Dass diese Saison schwierig werden dürfte, dass wussten sie bei Westfalia Hombruch schon vor diesem Wochenende. Wie schwierig, das haben sie am Samstagabend miterleben müssen. Eine 28:41(13:20)-Niederlage ist an sich schon unangenehm. Wenn man sie dann auch noch gegen den PSV Recklinghausen, bis dato Tabellenletzter, kassiert, gleich doppelt. Nun sind die Hombrucher das neue Schlusslicht der Liga.

Ausgeglichen war es nur 20 Minuten lang. Als die Hombrucher zum 11:10 trafen (20.) war dies die erste und gleichzeitig letzte Führung. Die Westfalia profitierte bis zu diesem Zeitpunkt noch von der hohen Fehlerquote auf Recklinghäuser Seite. Als das Spiel der Gastgeber aber besser wurde, schwanden die Hombrucher Möglichkeiten. In die Kabine gingen sie mit einem Sieben-Tore-Rückstand (13:20), spürbar geringer wurde der in den zweiten 30 Minuten nicht mehr.

„Das war kampflos, lustlos“, ärgerte sich Trainer Kai Ruben, „für die Verbandsliga untauglich.“ Er vermisste das Aufbäumen seiner Mannschaft, den Willen zum Sieg. Ruben: „Ein kleiner Offenbarungseid.“

Timm Becker



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