Hannibal und VfL holen auf Kunstrasen statt Asche nach

Mit einem Sieg im Nachholspiel am Donnerstag gegen den Tabellenvierten der Fußball-Bezirksliga, TuS Hannibal, kann der VfL Kemminghausen einen großen Schritt Richtung Meisterschaft machen. Das Spiel wird auf Kunstrasen bei Eintracht Dortmund ausgetragen - nicht auf der heimischen Asche des TuS Hannibal. Das ärgert die Verfolger aus Wethmar und Werne.

Wethmar.. Die Begegnung des VfL (63 Punkte) beim TuS Hannibal war am 17. Mai zur Halbzeit abgebrochen worden (0:0). Der Schiedsrichter hatte sich geweigert, die Partie fortzusetzen. Aus seinem Spind waren Handy und Portemonnaie gestohlen worden.

Gespielt werden soll am Donnerstag nicht im Hoeschpark, der Heimstätte des TuS Hannibal. Sondern beim TSC Eintracht Dortmund (Victor-Toyka-Straße 6) - auf Kunstrasen. Im Hoeschpark hingegen gibt es Rasen und Asche als Untergrund. Der Rasenplatz ist gesperrt. Das abgebrochene Spiel hatte auf Asche stattgefunden.

"Wir werden auf jeden Fall über den Staffelleiter und von Verbandsseite prüfen lassen, warum es diese Verlegung geben soll", sagt Stephan Polplatz, 2. Vorsitzender des TuS Westfalia Wethmar (62 Punkte). Der Tabellenzweite musste beim 2:2 im Hoeschpark Anfang April auf Asche ran. Der Tabellendritte Werner SC (61 Punkte) hatte im November letzten Jahres 2:3 auf Hannibals Asche verloren.

"Für uns war es ein riesiger Nachteil, auf Asche zu spielen", sagt Wernes Trainer Kurtulus Öztürk. "Kemminghausen profitiert davon, dass es jetzt auf dem gewohnten Kunstrasen ran darf." "In dieser entscheidenden Phase stellt das für mich ganz klar eine Wettbewerbsverzerrung dar", sagt auch Polplatz.

Sicherheitsbedenken

Staffelleiter Lothar König begründet die Verlegung mit Sicherheitsbedenken. Am Ascheplatz des TuS können Zuschauer nur auf einer Seite hinter einer Bande stehen. "Beim Spiel zwischen Kemminghausen und Werne waren 1600 Zuschauer. Ich muss damit rechnen, dass es Donnerstag ähnlich viele werden", sagt König. Das sei im Hoeschpark nicht möglich. Hannibal habe den Antrag auf Verlegung gestellt und den Wunsch geäußert, bei der Eintracht zu spielen.

"Es gibt in Dortmund aber genug Rasen- und Ascheplätze, die den Sicherheitsauflagen entsprechen", betont aber Polplatz. "Für mich spielt der Untergrund keine Rolle", entgegnet König. "Ich sehe nicht, dass Kemminghausen dadurch bevorzugt wird."

Unterstützung erhält er durch Thomas Berndsen, Abteilungsleiter Fußball beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen: "Es muss im Sinne des Fußballs sein, dass solche Spiele auf Kunstrasen und nicht auf Asche stattfinden. Die Verlegung ist regelkonform." Giovanni Schiattarella, Trainer des VfL Kemminghausen, bleibt gelassen. "Was soll ich dazu sagen? Hannibal hat den Antrag gestellt, nicht wir." Und: "Wir hätten auf jedem Untergrund gespielt."