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Trauer

Handballer trauern um Gustl Wilke

03.01.2013 | 23:29 Uhr
Handballer trauern um Gustl Wilke

Ehemaliger Trainer der BVB-Frauen im Alter von 68 Jahren gestorben

Gewollt hat er zuerst nicht. Gustl Wilke musste ein wenig überredet werden, um das Traineramt bei den Handballfrauen des BVB zu übernehmen. „Probieren wir es“, hat er dann doch zugesagt, „ein oder zwei Jahre“. Insgesamt sind es schlussendlich 13 geworden, die bislang mit Abstand besten Jahres des Dortmunder Frauenhandballs. Sie sind mit dem Namen Gustl Wilke verbunden – der Hagener starb am Donnerstag völlig unerwartet in seinem Ferienhaus an der Nordsee im Alter von 68 Jahren.

Gustl Wilke, geboren in Hagen-Wehringhausen, nur einen Steinwurf vom Sportplatz an der Rehstraße, spielte Handball seit seinem achten Lebensjahr, ausschließlich bei Eintracht Hagen. 1972 übernahm er das Amt des Spielertrainers und erreichte mit den Volmestädtern das Halbfinale um die deutsche Feldhandballmeisterschaft gegen den TV Großwallstadt. 1989 kam Wilke, der Sportdozent an der Bochumer Ruhr-Universität, zum BVB.

Mit ganzem Herzen

Was Wilke machte, das machte er mit ganzem Herzen und vollem Engagement. Wenn er auf der Bank saß, war er selten ruhig. Er war immer mittendrin, lief auf und ab, kniete vor der Bank. Wilke lebte Handball. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: 1991 stieg er mit den Borussen-Frauen in die zweite Liga auf, 1993 in die erste. In der Saison 93/94 erreichte er mit den Dortmunderinnen das Pokalfinale und kam weitere vier Mal bis 1999 in die Endrunde. Der sportliche Höhepunkt stand im Frühjahr 1997 an. Im Endspiel des EHF-Cups traf der BVB auf Olimpija Ljubljana. Das Hinspiel verlor er klar, im Rückspiel in der Westfalenhalle konnte er den Rückstand trotz der Unterstützung von 8700 Fans nicht egalisieren. Da kam die Pokalendrunde vom 30. Mai bis 1. Juni in Riesa gerade recht. Der BVB sicherte sich nach Siegen über Leipzig und den damals übermächtigen TV Lützellinden im Finale den ersten Titel. „Der Pokalsieg war vielleicht der schönste und emotionalste Moment meiner Karriere“, blickte Wilke seinerzeit zurück.

1999 beendete der Hagener sein erstes Trainer-Kapitel in Dortmund – da wurde er mit dem BVB Vizemeister – im November 2008 übernahm er die Mannschaft ein zweites Mal. Auch das erzählt viel über Wilke. Als die Not am größten war, ließ er sich nicht lange bitten, sondern half. Wieder tat er es so engagiert wie man es von ihm kannte. Den Abstieg aus der Bundesliga konnte er nicht mehr verhindern, doch als er 2011 den BVB endgültig verließ, hatte er die Qualifikation für die eingleisige zweite Bundesliga geschafft.

Als sie ihn damals endgültig verabschiedeten, hatten Wilkes Spielerinnen Tränen in den Augen. „Danke Gustl“ hatten sie auf ihre Trikots geschrieben.

Danke Gustl – damit ist alles gesagt.


Kommentare
04.01.2013
14:16
Handballer trauern um Gustl Wilke
von DoGri | #1

Kurz und knapp - und kein Nachruf:
Dank auch von mir und meiner Frau.
Gustl, du hast uns immer begeistert und die emotionalsten Stunden unseres Handballerlebens bereitet. Vor allem während der dramatischen Spiele in Lubliana und in der Westfalenhalle 1997 - aber auch immer, wenn man dich mit deinem Mitzittern, -hoffen, -bangen und -leiden auf der Trainerbank (bzw. daneben) erleben durfte. Wir werden dich nie vergessen.
Diana & Uwe aus Dortmund

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