Haberschuss: "Es wird richtig donnern"

Die Überlegenheit des Geisecker SV im Derby gegen den ETuS/DJK Schwerte (4:2) war frappierend und sorgte auch am Tag danach noch für erhitzte Gemüter auf der einen und erfreute auf der anderen Seite. Wie die fünf Schwerter Bezirksliga-Teams ihre Lage analysieren, lesen sie hier.

Schwerte.. ETuS/DJK Schwerte

Andr Haberschuss, Trainer des im Derby gegen Geisecke unterlegenen ETuS/DJK Schwerte, war auch mit einem Tag Abstand nicht gut auf seine Spieler zu sprechen - im Gegenteil: "Direkt nach dem Spiel war ich sprachlos. Und ich kann es auch jetzt noch nicht verstehen, mit welcher Einstellung manche Spieler in so ein Spiel gehen."

Dass sein Team mit dem 4:2-Endergebnis noch glimpflich davongekommen ist, sah auch der Trainer so: "Das Spiel hätte auch 8:2 oder 9:2 für Geisecke ausgehen können." Als Konsequenz strich Haberschuss den eigentlich als trainingsfrei eingeplanten gestrigen Abend und kündigte deutliche Worte an: "Wir werden Fenster und Türen zumachen - und dann wird es richtig donnern."

Geisecker SV

Wie Kollege Haberschuss thematisierte auch Geiseckes Hanno Leuer in der Nachbetrachtung des Prestigeduells das Thema Einstellung - logischerweise mit einem anderen Tenor, denn Leuer konnte mit dem Gesamtauftritt der "Kleeblätter" hochzufrieden sein. "Dinge wie Zweikampfverhalten, Standardsituationen oder auch taktische Sachen kann man trainieren, Einstellung aber nicht", meint der Geisecker Co-Trainer, der offenbar in der Trainingswoche und auch vor dem Spiel die richtigen Worte gefunden hatte.

Das Vertrauen des Chefcoachs Gregor Podeschwa genießen Leuer und sein Co-Trainerpartner Dirk Goldschmidt ohnehin. Podeschwa war erst am Montagmorgen aus dem einwöchigen Urlaub zurückgekommen und zog sich beim Derby in die Rolle des stillen Beobachters zurück, aus dem im Verlaufe der zweiten 45 Minuten dann auch ein stiller Genießer geworden sein dürfte.

VfB Westhofen

Im Schatten des Lokalduells der beiden Bezirksligisten aus dem Schwerter Osten konnte sich Michael Kalwa, Trainer des VfB Westhofen, am Tag vor seinem 45. Geburtstag über ein vorgezogenes Geschenk seiner Schützlinge freuen, die sich beim Schlusslicht VTS Iserlohn durchsetzten. Unbeschwert genossen habe er dieses 3:1-Präsent aber nicht, so Kalwa nach dem vierten Sieg im vierten Spiel 2015. "Sicher, die Ergebnisse stimmen. Aber über die Art und Weise werden wir intern sprechen müssen - das hätten wir wesentlich einfacher haben können", sagt Kalwa und spielt damit auf mehrere schlampig ausgespielten Kontersituationen in Überzahl an.

Der Sieben-Punkte-Puffer zur Abstiegszone beruhigt Kalwa nicht: "Es wäre der absolut falsche Gedanke, zu glauben, das Thema Klassenerhalt sei schon erledigt."

SC Berchum/Garenfeld

Noch drei Punkte mehr als die Westhofener hat der SC Berchum/Garenfeld auf dem Konto. Aber auch SC-Trainer Frank Henes hat immer noch den Abstand nach unten im Blick - als Tabellenfünfter. "Unten punkten fast alle. Man sieht, wie wichtig der Sieg war", so Henes nach dem 6:0-Erfolg gegen den VfK Iserlohn.

Überlegen waren die Berchum/Garenfelder schon vor der Pause, die Tore aber fielen allesamt erst nach dem Wechsel gegen eine Iserlohner Mannschaft, die sich mit zunehmender Spieldauer immer mehr aufgab. Unter den Torschützen war mit Dennis Zuhmann (Foto) auch ein Spieler, mit dem Henes eigentlich nicht mehr planen kann. Doch auch im Auslandssemester auf Zypern gibt es Osterferien.

VfL Schwerte

Sechs Tore in einer Halbzeit - davon ist der VfL Schwerte momentan so weit entfernt wie der Hamburger SV von der Deutschen Meisterschaft. Mit dem 0:2 gegen Breckerfeld blieben die Blau-Weißen zum dritten Mal in Folge ohne einen eigenen Treffer. Trotzdem hielt sich Jörg Silberbachs Ärger in Grenzen. "Der Einsatz war absolut in Ordnung. Beim Abschluss hat das nötige Quäntchen Glück gefehlt, auch der gegnerische Torwart war gut. Insgesamt kann ich mit so einem Spiel gut leben", so der VfL-Trainer.

Andererseits ist aber auch Silberbach die Torflaute natürlich nicht entgangen. "Aber dafür gibt es Erklärungen", sagt der Coach. In Abwesenheit der Offensivkräfte Plenge (verletzt), Seidler (steht seit der Winterpause aus Studiengründen nicht mehr zur Verfügung) und Agacinski (Trainingsrückstand) fokussiere sich vieles im vorderen Bereich auf Atik Oktay.