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Gustl Wilke: "Heines Sorgen möchte ich haben"

30.09.2009 | 11:45 Uhr
Gustl Wilke: "Heines Sorgen möchte ich haben"

Dortmund. Irgendwie ranken sich die Gedanken immer noch um den 18. März 2009. Völlig überraschend gewannen die Handballerinnen des BVB beim späteren Meister und Europacupfinalisten HC Leipzig mit 23:18. Deshalb will der Sportliche Leiter, Jochen Busch, die gesamte Vorbereitung am liebsten kopieren.

Die Borussinnen werden wieder im Bus anreisen, im gleichen Restaurant essen und das gleiche Ritual vor dem Spiel wiederholen. Ob das erneut zum Sieg reichen wird, bleibt äußerst fraglich. Denn der Meister ist gewarnt. „Wir unterschätzen keine Mannschaft, auch wenn wir klarer Favorit sind”, sagt HCL-Trainer Heine Jensen. Angst vor einer neuen Überraschung hat er nicht, denn das Selbstbewusstsein der Sächsinnen gleicht dem der Münchener Bayern im Fußball. Es ist unerschütterlich.

Annika Busch trainiert wieder

Um elf Uhr geht der fast 18-stündige Arbeitstag der Borussinnen los, um 19.30 Uhr wird angepfiffen, zwischen halb Zehn und Zehn setzt sich der Tross Richtung Heimat in Bewegung, irgendwann zwischen vier und fünf Uhr morgens werden sie wieder in Dortmund sein. Mit dabei sind auch Julia Kunze, die sich eine leichte grippale Infektion eingefangen hatte, aber ebenso wie Annika Busch nach ihrem Außenbandanriss am Montag wieder trainierte.

Gustl Wilke (Foto: Knut Vahlensieck)

Wo der HCL steht, ist oben. Die maximale Punktzahl sechs hat er in den ersten drei Spielen geholt (Torverhältnis plus 16), zuletzt schwartete er die Trierer Miezen mit 41:28 ab. Gleich dahinter rangieren Leverkusen, Buxtehude und Blomberg. Gegen dieses Quartett sind beim BVB, der Sonntag nach Blomberg fährt, Punkte nicht unbedingt eingeplant.

Danach kommen die Gegner auf Augenhöhe. „Und dann müssen wir hellwach sein, die Lehren aus den ersten Spielen ziehen und umsetzen. In der Anfangsphase der Saison wollen wir lernen, uns weiterentwickeln und das Positive aus solch einer knappen Niederlage gegen Buxtehude mitnehmen", sagt Trainer Gustl Wilke. Er wirkt gelassen, weiß, was seine Mannschaft kann und wo noch Defizite bestehen. Aber er weiß auch, dass die Leistungen mit jeder Woche, in der Dagmara Kowalska ihren konditionellen Rückstand aufholt, stabiler werden.

Erst am gestrigen Dienstag kamen die sieben Leipziger Nationalspielerinnen vom Worldcup in Dänemark zurück. „Keine optimalen Voraussetzungen”, beklagt Jensen. „Heines Sorgen möchte ich haben”, kontert Wilke, „die haben doch auf jeder Position ein, meist zwei richtige Kracher.”

Christian Menn

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