Gustl Wilke hält den Ball ganz flach
10.09.2010 | 21:06 Uhr 2010-09-10T21:06:00+0200
In den 90-er Jahren hießen die Gegner TuS Walle Bremen, TV Lützellinden, Baekkelagets Oslo, Viborg HK oder Krim Electa Ljubljana. Vereine, die europäische Geschichte geschrieben haben. Wie der BVB, der immerhin deutscher Pokalsieger (1997) und Vizemeister (‘99) wurde, das EHF-Cup-Finale erreichte (‘97) und den Challenge-Cup gewann (2003). Jetzt heißen die Gegner HSG Albstadt, BSV Sachsen Zwickau, TV Nellingen und HSG Bensheim-Auerbach. So ändern sich die Zeiten. Man mag der „guten alten Zeit“ hinterher trauern. Bringt aber nichts.
Sechs Ungarinnen
Die Alternative ist, sich auf die heute beginnende Zweitligasaison zu freuen. Denn sie scheint interessanter zu werden, als es viele nach dem deprimierenden Abstieg erwartet hatten. „Die meisten Mannschaften sind doch sehr ambitioniert und haben enorm aufgerüstet“, sagt Trainer Gustl Wilke nach dem Studium der Kaderlisten, „die einteilige zweite Liga ab 2011 scheint für die meisten ein großer Anreiz zu sein. Deshalb haben sie noch einmal richtig investiert.“ Ob sich das auszahlt, ist eine ganz andere Frage, denn wenn dann Allensbach in Nord Harrislee spielt, sind das mal eben schlappe 1000 Kilometer...
Zu den Teams, die auf dem Transfermarkt kräftig zugeschlagen haben, zählt auch der Auftaktgegner der Borussinnen, TuS Metzingen. Insgesamt sechs Ungarinnen stehen auf der Gehaltsliste des Vereins von der schwäbischen Alb. Die überragende Torschützin Annamaria Ilyes (kam aus Blomberg) und Julia Smideliusz (Veszprem) bilden gemeinsam mit Torfrau Sabine Stockhorst (Thüringer HC), Ina Großmann (Sindelfingen) und Olga Savanyu ein ganz starkes „Korsett“. Wilke: „Metzingen ist sicher ein anderes Kaliber als Weibern. Dort können wir uns keine Schwächeperiode leisten.“
Doch der BVB braucht sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen und zählt mit Bensheim, Nellingen, Bad Wildungen und eben Metzingen zu den großen Favoriten der zweiten Liga Süd, auch wenn Wilke den Ball ganz flach hält und einschränkt, „dass wir erst nach fünf, sechs Spielen sehen werden, wo wir genau stehen.“
Bis dahin wird auch Torfrau Magdalena Chemicz wieder fit sein, die in Metzingen erneut von Hellen Trodler vertreten wird. „Wir können nicht erwarten, dass sie immer so stark hält wie in Weibern, ich erwarte von der Mannschaft, dass sie ihr hilft“, sagt der Trainer – eigentlich nur rhetorisch: „Denn der Teamgeist ist so gut ausgeprägt, wie ich es nur ganz selten erlebt habe.“
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