Gleichberechtigt im Hintergrund
25.03.2010 | 19:40 Uhr 2010-03-25T19:40:00+0100
Gekommen ist er damals als Spieler, seit dieser Saison ist Roland Wilms zusammen mit Carsten Lueg Trainer beim OSC. Während Lueg mehr im Blickpunkt steht, hält sich Wilms eher zurück.
Wäre Roland Wilms um seine persönliche Bilanz besorgt, sollte er sich am Samstag lieber nicht auf die Bank des OSC setzen. Im besten Fall ändert sich nämlich nichts, die Bilanz bleibt einfach so gut, wie sie derzeit ist. Einmal hat Wilms die OSCer in dieser Saison alleinverantwortlich bei einem Meisterschaftsspiel betreut, diese Partie – vor gut einem Monat gegen Schalksmühle II – haben die Dortmunder für sich sich entschieden. Hundertprozentige Erfolgsquote.
- Eine defekte Trennwand hat Wilms' nächsten alleinverantwortlichen Einsatz auf der OSC-Bank verhindert: Weil die Wand weiterhin defekt ist, muss die Partie gegen Eiserfeld abgesagt werden. Schon zu Beginn der Woche ließ sich die wand nicht mehr hochfahren, die OSCer mussten auf zwei Dritteln der Spielfläche trainieren.
- Auf einen Nachholtermin hatten sich die Vereine bis Freitag noch nicht verständigt.
Am Samstag, wenn der OSC gegen Eiserfeld antritt, wird Wilms wieder allein auf der Bank sitzen. Carsten Lueg ist mit den DFB-Juniorinnen in Serbien, da muss der Stellvertreter den Part allein übernehmen. Was aussieht, als würde der Co-Trainer kurzzeitig zum Chef aufsteigen, ist eine OSC-bedingte optische Täuschung: Lueg und Wilms sind ein gleichberechtigtes Trainerduo. „Aber sicher”, das gibt Wilms gerne zu, „steht Carsten deutlich mehr im Mittelpunkt als ich.” Was Wilms vermutlich gar nicht mal so ungelegen kommt. Wenn beide zusammen auf der Bank sitzen, ist es eher Lueg, der für Wirbel sorgt. Wilms hält sich da zurück.
Mit GWD Minden in der ersten Liga
Zum OSC gekommen ist der mittlerweile 28-Jährige eigentlich als Spieler. Als er sich vor zwei Jahren dem Verbandsligisten anschloss, wollte er es einfach nochmal versuchen. „Irgendwas hat mir gefehlt”, so Wilms, „ich wollte einfach noch ein bisschen spielen.” Nach zwei Kreuzbandrissen hatte er seine sportlichen Ambitionen nach ganz oben aufgeben müssen. Die hatten ihn zu Einsätzen beim Bundesligisten GWD Minden sowie der Mindener Reserve und Eintracht Hagen in der Regionalliga gebracht. Doch das Verletzungspech warf den Mittelmann auch in Dortmund wieder zurück. Ganze acht Wochen spielte er diesmal, bis in der Vorbereitung, bei den Stadtmeisterschaften, erneut ein Kreuzband riss, nun zum dritten Mal. Damit hatte es sich endgültig erledigt.
Dass er danach früher oder später auf der Trainerbank landen würde, war eigentlich nur folgerichtig. Wilms besaß bereits einige Trainererfahrung bevor er zum OSC gekommen ist. Vier Jahre lang, bis 2008, war er an der Seite von Ingo Brebach für die Verbandsligahandballer Eintracht Hagens verantwortlich. Damals aber wirklich noch als Co-Trainer.
Die OSCer sind nicht die einzigen Handballer, für die Wilms tätig ist. Der Sportmarketing-Student arbeitet auch noch in der Geschäftsstelle der HSG Düsseldorf mit. Das ist dann schon „großer Handball”, erste Liga. Bis er mit dem OSC mal in diesem Bereich angekommen ist, dauert es eher noch ein paar Jahre. Aber Wilms arbeitet dran. Eine hundertprozentige Erfolgsbilanz ist ja eine nicht ganz so schlechte Ausgangsposition...
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