Glankovicova übernimmt beim BVB die Führungsrolle

Vor allem hat sie sich selbst überrascht. "Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass ich so schnell auf diesem Zweitliga-Niveau wieder mithalten könnte. Ich bin angenehm überrascht", sagt Denisa Glankovicova. Voller Überzeugung hatte die 35-Jährige dem Leistungssport eigentlich bereits den Rücken gekehrt.

Dortmund.. Im Sommer hatte sie nach zehn Jahren Bayer Leverkusen verlassen, "mein Körper macht diese Belastung einfach nicht mehr mit", hatte sie damals gesagt. Sie heuerte als Spielertrainerin bei den Bergisch Panther in der Oberliga an, aus Spaß an der Freude, aus Spaß am Handball.

Lockruf aus Dortmund

Schon Ende September kam der Lockruf aus Dortmund, "aber ich wollte die Mädels nicht alleinlassen". Als sich Ende des Jahres die Personallage bei Borussia Dortmund verschärfte, als die Verletzenliste immer länger wurde, da wollte, da konnte sie nicht mehr nein sagen.

"Ein halbes Jahr helfe ich gern." Ein klein wenig Sucht sei schon dabei, sagt sie schmunzelnd, und fährt sogar Doppelschichten. Vier Mal pro Woche Training bei der Borussia, am Samstag das Spiel in der Meisterschaft, einmal pro Woche Training bei den Bergisch Panther, am Sonntag coacht sie den Oberligisten. Es lebe der Sport.

"Habe mich einfach wohl gefühlt"

Beim BVB wurde die Rückraumspielerin gleich zum Volltreffer, verzichtete auf die Zeit einer Eingewöhnung. Beim ersten Spiel habe sie noch ein wenig Muskelkater verspürt, jetzt, nach 55 höchst intensiven Minuten gegen Haunstetten, "habe ich mich einfach wohl gefühlt, die Kondition spielt mit, der Körper macht mit".

Die Belastung, eigentlich jeden Tag in Sachen Handball unterwegs zu sein, "sei nicht so tragisch", auch die Fahrten seien erträglich. Man habe zu dritt eine Fahrgemeinschaft gegründet, "wir treffen uns in Burscheid, da wohne ich auch. Das geht alles schon".

Eine ganz besondere Truppe

Es sei eine ganz besondere Truppe, mit einem ganz besonderen Charakter, in der sie jetzt mitspiele. Von der ersten Sekunde an habe sie sich heimisch gefühlt, "es ist so, als sei ich schon ganz lange hier". Sie habe schon vorher verfolgt, wir sehr die Truppe alle Rückschläge weggesteckt habe, "wie sehr alle zusammenhalten und sich gegen alle Widrigkeiten stemmen".

Und natürlich weiß sie, dass sie eine ganz besondere Rolle ausfüllen soll. Zehn Jahre spielte sie mit Leverkusen auf höchstem Niveau, nun ist sie eine der Anführerin in einer Mannschaft, die sich finden muss, "natürlich soll ich hier auch mit meiner Erfahrung Verantwortung übernehmen". Angst hat sie davor nicht, es spornt sie eher an. Am letzten Samstag, als die Borussia in der ersten Hälfte extrem konfus agierte, ging sie als Einzige mit bestem Beispiel voran.

Vier Mal Vizemeister

Zehn Jahre Spitzenhandball hat sie in Leverkusen hinter sich, zehn Jahre ohne Titel, vier Mal wurde sie Vizemeister. "Das ist jetzt auch der besondere Kick, ich bin noch nie aufgestiegen." Und so habe sie sich auch gesagt: "Warum sollst du das nicht auch mal mitmachen?" Und so eine Aufstiegsfeier, das hätte sicher etwas, "das fühlt sich sicher so ähnlich an wie eine Deutsche Meisterschaft". An ihr soll es nicht liegen.