Gerrit Schepers will sich international etablieren

Der dritte Platz im Championat von Dortmund beim Signal Iduna Cup, eine Woche später Platz zwei bei den Löwen Classics in Braunschweig - Gerrit Schepers knüpft an seine Erfolge der vergangenen Saison an und hat ein festes Ziel vor Augen: sich endgültig auf internationaler Ebene festzusetzen.

Schwerte.. Für seine Karriere hat der Villigster, der zurzeit sieben Pferde unter dem Sattel hat, einen Fünfjahresplan erstellt. "Auf dem Niveau ist es brutal eng. Ich weiß es zu schätzen, dass ich eine sehr gute Ausgangsposition habe", so Gerrit Schepers, der seine Pferde zwei von Sponsoren zur Verfügung gestellt bekommt.

Top-Pferd Czerny

Sein derzeitiges Top-Pferd Czerny befindet sich im Besitz von Welsing-Sportpferde. "Es ist schon erstaunlich, wie er sich entwickelt hat", so der Springreiter. Der 12-jährige Holsteiner ist erst seit Januar 2014 unter dem Sattel des 26-Jährigen und wurde verhältnismäßig spät an schweres Niveau herangeführt. In der vergangenen Saison erreichte er mit Czerny den zweiten Platz im großen Preis von Wiesbaden - ein Schlüsselerfolg für das Paar, da er sich damit für die Riders-Tour 2014 qualifizierte, die er schließlich als Siebter abschloss - spätestens seit diesem Zeitpunkt erhebt der 26-Jährige den Anspruch, auf internationaler Ebene kräftig mitzumischen.

Dabei sah es im vergangenen Jahr nicht rosig aus: Schwere Rückenprobleme zwangen Schepers in die Knie, an Reiten war nicht zu denken. Acht Wochen war er außer Gefecht, mithilfe einer Reha-Trainerin kämpfte er sich zurück. "Nebenbei betreibe ich auch noch anderen Sport und achte auf meine Ernährung, um fit zu bleiben", berichtet er und spricht damit ein Thema an, das ihm am Herzen liegt: "Die Leute müssen begreifen, dass Reiten ein professioneller Sport ist, der viel Mut erfordert. Nur auf dem Pferd zu sitzen, funktioniert nicht."

Zudem wünscht sich Schepers, dass eine Diskussion endet: Nämlich die, dass die Pferde aus Profitgier ausgebeutet würden. Ohne die Hilfe von Sponsoren könne der Reitsport nicht einmal existieren, denn durch Gewinngeld allein könne kein Profireiter sein Leben bestreiten. "Wir bekommen zwar Geld, aber am Ende bleibt nicht viel übrig. Teile der Prämien gehen an Züchter und Besitzer, dann ist da der Aufwand durch die ständigen Reisen, die Versorgung der Tiere muss gewährleistet werden, Angestellte bezahlt und die Reitanlage muss auch unterhalten werden", zählt der 26-Jährige auf.

"Es wird brutal eng"

Was den Start in die grüne Saison angeht, blickt Gerrit Schepers zuversichtlich nach vorn. Derzeit bereitet er seine Pferde bei kleineren Turnieren darauf vor. Das Ziel ist klar definiert: Schepers will sich weiter nach oben kämpfen. "Auf internationaler Ebene wird es brutal eng, aber die Erfolge bringen das nötige Selbstvertrauen", sagt der Villigster. Er hofft, Ende des Monats in Hagen am Teutoburger Wald beim CSI*4 starten zu dürfen. "Die Gespräche mit dem Bundestrainer laufen, aber ich bekomme erst kurzfristig vor den Turnieren Bescheid."