Hannes Wolf blickt...
"Für mich ging ein Traum in Erfüllung"
23.12.2009 | 05:00 Uhr 2009-12-23T05:00:00+0100Hannes Wolf hat Großes erreicht mit dem ASC 09. Feierte mit der Mannschaft zwei Aufstiege in Folge, etablierte sie unter den Top-Teams im westfälischen Oberhaus. Er war Torjäger und exzellenter Vorbereiter, als Spielertrainer vor allem aber in jeder Hinsicht der Kopf der Mannschaft.
Ein herausragender Spieler, der den Titel Dortmunder Amateurfußballer des Jahres 2008 wirklich verdient hatte.
Auch in der Halle ging es für die Aplerbecker ständig nach oben - und wieder war Hannes Wolf der Mann, um den sich alles drehte. Nach einem dritten und einem zweiten Platz im vergangenen Winter die Krönung: der ASC war nach 14 Jahren zum zweiten Mal Stadtmeister. Und Wolf der überragende Spieler und mit 16 Turniertreffern auch noch Torschützenkönig.
Wenn es am Mittwoch losgeht, wird er nicht mehr am Ball sein. Mit seinem Wechsel in den Trainerstab des BVB hatte sich sein Leben im Sommer grundlegend verändert. Seit einem halben Jahr ist er die rechte Hand von Theo Schneider. Als sich ihm die Möglichkeit zu diesem Sprung bot, brauchte er nicht lange zu überlegen - auch wenn ihm der frühe Abschied von seiner aktiven Laufbahn alles andere als leicht fiel. Manchmal wundert er sich darüber, wie schnell alles ging: „Vor vier Jahren habe ich mit Eintracht Ergste einen B-Ligisten trainiert. Jetzt auf diesem hohen Niveau und bei diesem Verein arbeiten zu dürfen, ist ein absolutes Highlight. Für mich ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen.”
Jetzt ist die erste Herbstrunde gespielt - und bereut hat er nichts. Hannes Wolf hat sich im neuen Umfeld prima eingelebt, harmoniert mit seinem Chef bestens: „Privat verstehen wir uns super, so etwas hilft natürlich. Aber Theo lässt mir auch im täglichen Umgang mit den Spielern viele Freiheiten, sodass ich mich richtig austoben kann.”
So hat er die richtige Mischung gefunden. Er nutzt seinen ersten Job im professionellen Fußball, um zu lernen, es gelingt es dem einstigen Studenten der Sportwissenschaften aber auch, eigene Vorstellungen einzubringen. Wie die Kooperation mit der Uni Bochum: da geht es, weit weg vom Tagesgeschäft, um Dinge wie Sportpsychologie und Finanzberatung. Wolf: „Es ist wichtig, dass die Jungs den Blick über den Tellerrand erweitern.” Das gilt letztlich auch für ihn: drei Jahre läuft sein Vertrag beim BVB, die Zeit will er dazu nutzen, die A-Lizenz und den Fußballlehrer-Schein zu erwerben.
Hannes Wolf geht voll auf in seiner Arbeit - und doch ist der ASC 09 allgegenwärtig. Mit dem spielenden Co-Trainer Miguel Moreira bildet er eine WG, mit Abteilungsleiter Heiner Brune und Trainer Andreas Przybilla telefoniert er regelmäßig. „Dass man dabei auch darüber spricht, wie es so läuft, ist doch normal”, sagt Wolf, „aber es geht natürlich nicht soweit, dass sie mich fragen, was sie tun sollen.”
So bleibt er über alle Entwicklungen im Aplerbecker Fußball auf dem Laufenden. Klar, dass er immer noch mit ganzem Herzen an diesem Verein hängt. Warum es nicht so klappt wie sich das viele erhofft haben? Wolf kann es nur vermuten: „Schon in der letzten Saison war zu spüren, dass der letzte Biss, der letzte Hunger auf den Erfolg, nicht immer da war. Es ist ein Privileg, für den ASC zu spielen. Und es ist die Aufgabe der Mannschaft, dies auf dem Platz zu zeigen.”
Daumen drücken für Aplerbeck heißt es für Hannes Wolf auch in der Halle. „Der ASC hat immer noch eine phantastische Mannschaft. Und mit der nötigen Fitness und dem entsprechenden Lauf ist sicherlich alles möglich”, glaubt er, auch wenn er den TuS Eving von den Spielertypen her um Nuancen vorn sieht: „Auf jeden Fall dürfen wir uns auf eine tolle Stadtmeisterschaft freuen. Dieses Turnier verspricht bei der Klasse der Mannschaften wieder spektakulär zu werden.”
Er selbst muss sich mit der Rolle des Zuschauers begnügen - das tut ihm immer noch weh. Die Titelkämpfe werden sich für Hannes Wolf in diesem Winter auf die Vor- und Zwischenrunde reduzieren. „Dass ich das Finale nicht live miterleben kann, ist schon bitter”, bedauert er. Dann weilt er mit dem BVB 2 im Trainingslager in Andalusien.
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