Frank Gentges steht für Kontinuität
24.01.2011 | 18:43 Uhr 2011-01-24T18:43:00+0100
Mündlich hatten sie sich schon vor Wochen geeinigt, seit Sonntag Abend ist es nun auch amtlich: Der EHC Dortmund sowie Trainer und Sportmanager Frank Gentges haben die Unterschriften unter einen weiteren über zwei Jahre laufenden Vertrag gesetzt. Kontinuität bleibt also Trumpf beim EHC – eine rühmliche Ausnahme in einer von kurzsichtigen Entscheidungen dominierten Sportart.
„Es gab schon noch einige Details zu besprechen“, erläutert Gentges den Grund für die verstrichene Zeit zwischen Absichtserklärung und Vollzug. Nunmehr ist offenbar Konsens hergestellt über mittel- und langfristige Perspektiven des Clubs. „Unser Etat wird sich nicht nennenswert erhöhen“, weiß Gentges, den man als Glücksgriff für die „Westfalen-Elche“ bezeichnen kann. Denn er trägt nicht nur das Prinzip der Nachhaltigkeit mit, er ist außerdem offenbar ein akribischer Arbeiter, der die richtige Mischung aus hartem Hund und väterlichem Freund bei seinen Jungs findet.
Dass die Zuschauerzahl, zwar auf niedrigem Niveau, in Dortmund dennoch leicht gesteigert werden konnte, gehört neben der Arbeit und dem Vertrauen des EHC-Vorstandes, das Gentges genießt, zu den entscheidenden Punkten. Trotz anderer und besser dotierter Angebote der Konkurrenz konnte er letztlich von einer Weiterführung seiner Arbeit an der Strobelallee überzeugt werden.
Hartes Training hat eben seinen Sinn, was sich für Gentges von Woche zu Woche bestätigt: „Hätten Mannschaften wie Herne, Ratingen, Essen und Duisburg die gleiche Physis wie meine junge und unerfahrene Truppe, wir hätten keine Chance.“ So aber ist der EHC mit einem weitaus kleineren Etat als viele andere Clubs erneut an der Tabellenspitze, weniger als der vierte Platz kann schon jetzt auch rechnerisch nicht mehr herausspringen.
Daraus aber auch für die Zukunft eine glänzende Perspektive gar für höhere Ziele abzuleiten, verbiete sich, so Gentges. „Hier geht es für die kommenden Jahre ausschließlich um Stabilisierung des Vereins, darum, das Umfeld weiter zu professionalisieren, die Zuschauerzahlen zu verbessern und den EHC zu einer festen Größe im Profieishockey zu machen.“
Wenn sich die Ligastruktur nicht verändere, könne der EHC so eine starke Rolle vermutlich nicht noch einmal spielen. In der kommenden Saison werden wohl mit Kassel und Frankfurt zwei weitere ehemalige DEL-Clubs zur Oberliga West stoßen, zwei Zuschauermagneten, die immer noch über ganz andere Möglichkeiten verfügen. Sollte sich indes das deutsche Eishockey zu einer Vernunftentscheidung in Richtung zweigeteilter 2. Bundesliga als Unterbau der DEL durchringen, wären Gentges und der EHC am Ziel ihrer Wünsche angekommen.
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