Tennis
Fahrgemeinschaft zum Titelgewinn
05.09.2010 | 20:46 Uhr 2010-09-05T20:46:00+0200
Gewonnen hat er im letzten Jahr schon. An gleicher Stelle, aber unter anderen Vorzeichen. Damals startete Igor Rivchin noch im B-Feld der Tennis-Stadtmeisterschaften, er beherrschte es seinerzeit nach Belieben. Diesmal hatte es der 17Jährige zwar nicht ganz so leicht, zum Titelgewinn langte es aber erneut – nun in der A-Klasse: Mit 6:3, 7:6 setzte sich der Spieler des DTK Rot-Weiß gegen Tim Richter (RW Schwerte), den Titelverteidiger, durch.
Auch bei Richter gab es einige Parallelen zum Vorjahr. Die Ausgangssituation war die gleiche: Vor einem Jahr, als er sich gegen den damals 18jährigen Mischa Nowicki durchsetzte, wehrte er den Angriff des Tennis-Nachwuchses im Finale noch ab, „diesmal hat sich der Altersunterschied doch schon bemerkbar gemacht“, stellte Richter fest. Ihn und den neuen Titelträger Rivchin trennen elf Jahre.
Was aber nicht unbedingt etwas heißen muss, wie zumindest der zweiten Satz des Finals bewies. Der war bis zum Schluss ausgeglichen, und es gab nicht wenige, die sich sicher waren, dass Richter ihn für sich entscheiden würde. Doch die anfangs fein herausgespielte Führung im Tiebreak schmolz dahin, beim 5:5 glich Rivchin aus, mit dem dritten Matchball brachte er die Stadtmeisterschaft unter Dach und Fach. Und das unter erschwerten Bedingungen. Ende des zweiten Satzes musste Rivchin an der Schlaghand behandelt werden. Ein hartnäckiger Krampf machte das Weiterspielen unmöglich, die Hand musste mit einem Tape-Verband stabilisiert werden. Dass Rivchin danach immer noch der ein oder andere „Zauberschlag“ gelang, war dem 17Jährigen schon fast peinlich. Etwas unwohl habe er sich gefühlt, „weil es so aussah, als hätte ich mich gar nicht verletzt.“ Den Vorwurf hat ihm aber gar keiner gemacht.
Wer weiß, ob Igor Rivchin den Titel überhaupt gewonnen hätte, wenn ihn Adam Barnes an diesem Tag nicht unterstützt hätte. Barnes hatte Rivchin auf dem weg nach Wellinghofen mitgenommen, weil es dem Nachwuchsmann an Auto und Mitfahrmöglichkeiten fehlte. Es sollte eine Fahrgemeinschaft mit Doppelmeistern werden, denn auch der Australier feierte den Titelgewinn. Barnes setzte sich im Endspiel der Herren 30-Konkurrenz gegen Lokalmatador Oliver Janz (Hansa) mit 6:1 und 6:4 durch. Für Janz war es nach dem knapp verlorenen Finale im Vorjahr der zweite vergebliche Anlauf auf die Krone. „Du hast mich einfach überrollt“, musste er die Stärke seines Gegenübers neidlos anerkennen, „im ersten Satz hast du in einer anderen Liga gespielt“, lobte Janz
Für Adam Barnes könnte dieser Stadtmeisterschaftsgewinn ein ganz besonderer sein – der letzte Turniersieg seiner Karriere. „Irgendwann muss auch mal Schluss sein“, erklärte der Tennislehrer nach dem Endspiel. Er wird bald Vater, „es wäre unfair meiner Frau gegenüber, wenn ich ihr die ganze Arbeit überlassen würde und mich Wochenende für Wochenende zum Tennis verabschiede.“
Aufwand zu groß
Womit der Australier auch einen Rückzug aus der Bundesligamannschaft der TG Westfalia andeutete. Schon in der Wintersaison wird er für seinen Heimverein Frohlinde spielen, im Sommer wird sich daran vermutlich nichts ändern. „Der Aufwand in der ersten Liga ist schon ziemlich groß“, so Barnes.
Diesen Finalsonntag genoss er indes noch in vollen Zügen: An der Seite von Henrik Müller gewann der Australier auch den Titel in der Herren-Doppelkonkurrenz.
Drei Titel für Kummetz
Im vergangenen Jahr schaffte sie das Tripple – drei Siege bei der Stadtmeisterschaft, jeweils einer im Einzel, im Doppel und im Mixed. Mehr geht nicht. In diesem Jahr wiederholte Janina Kummetz das Kunststück, auch am Sonntag konnte die Westfalenligaspielerin des TC Eintracht wieder dreimal jubeln. Besser geht es nicht.
Richtig knapp und umkämpft waren die Endspiele alle nicht, Kummetz setzte sich – ob nun allein oder mit ihren Partnern – jeweils souverän durch. Den Auftakt ihre erfolgreichen Stadtmeisterschaftstages machte der Turniersieg im Mixed. An der Seite von Henrik Müller gewann sie gegen Sandra Pittelkau und Philipp Leonhardt mit 6:2 und 6:2.
Danach ging es mit den Siegen weiter im Zwei-Stunden-Takt. Den Titel in der Damen A-Konkurrenz holte sie sich durch das jederzeit ungefährdete 6:1, 6:0 gegen ihre Vereinskameradin Nicole Vorwerk. Den titelreichen Tag beendete sie mit dem 6:1, 6:2-Sieg an der Seite von Nicole Vorwerk im Doppel. Dort standen Nicole Severin und Katarina Kavun auf der anderen Seite der Netzkante.
In keiner der drei Konkurrenzen musste Kummetz auch nur einen Satzverlust hinnehmen. Sie wird es schwer haben, diese Bilanz im nächsten Jahr zu verbessern...
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