Ex-LSV-Manager Udo Schräder berät Felix Magath

Am Montag erteilte Felix Magath dem bosnischen Fußballverband eine Absage. Er wird nicht Trainer der Nationalmannschaft. Der Posten ist seit Mitte November vakant. Als einer der ersten wusste Udo Schräder von der Absage. Denn er war bei den Verhandlungen mittendrin.

LÜNEN.. Schräder ist Chef der Fußball-Berateragentur Starkick. Seit 15 Jahren arbeitet er in dieser Branche. Im Fußball ist der 59-Jährige aber schon länger zu Hause. Seine Laufbahn begann in Rheine, 1979 verschlug es ihn für zwei Jahre in die USA Major‘s League.

Sportler des Jahres in Selm

Nach seiner Rückkehr spielte er von 1981 bis 1985 für den SSV Werne, von 1985 bis 1987 für den VfB Lünen, ehe er GS Cappenberg als Spielertrainer in die A-Liga führte. Das brachte ihm 1988 den Titel des Sportler des Jahres in Selm ein. Es folgten weitere Trainerstationen, unter anderem beim FC Nordkirchen (1993-1995) und bei der SG Gahmen (1995/1996).1998 wurde er Manager des Lüner SV. Unter Schräders Regie gelangen zwei Aufstiege, 2000 gar der Sprung in die Oberliga. Ein Jahr später beendete Schräder aber seine Arbeit aufgrund der damaligen Steuerprobleme des LSV.

Als vom Deutschen Fußball Bund lizenzierter Spielerberater war er zu dieser Zeit schon tätig. Und blieb in diesem Bereich. Vor drei Wochen nahm der bosnische Verband Kontakt zur Starkick-Agentur auf. Schräder sollte sie mit Felix Magath an einen Tisch bringen. "Seitdem wurden viele Telefongespräche geführt", sagt Schräder. Vergangenen Donnerstag traf er sich mit Magath zu einem Vier-Augen-Gespräch in Hamburg. Am Freitag folgte ein Treffen in großer Runde in Wien.

Verständnis für Absage

Daran beteiligt: Schräder, Magath, dessen Anwalt und eine vierköpfige Delegation aus Sarajevo. Der frühere Bayern- und Schalke-Coach stellte sein Konzept vor. Aus über 130 Bewerbern sei Magath einer der letzten drei Kandidaten gewesen. "Doch er musste absagen", so Schräder. "Und dafür habe ich Verständnis." Denn: "Magath wollte nicht wie zuletzt in Fulham Altlasten übernehmen. Seine früheren Spieler wie Edin Dzeko und Zvjezdan Misimovic haben sich für ihn stark gemacht. Aber Magath hatte nicht das Gefühl, frei arbeiten zu können."

Den Umgang mit dem 61-Jährigen bezeichnet Schräder als "offen und ehrlich. Es waren rundum gute Gespräche". Das bestätigte Magath am Montagabend auch auf seiner Facebook-Seite. "Den Verbandsverantwortlichen danke ich für eine offene wie harmonische Gesprächsatmosphäre", schreibt er dort. Die Anfrage sei eine Ehre gewesen. Schräder habe er zudem für die professionelle Zusammenarbeit gedankt.