Erline Nolte reicht die eigene Leistung nicht

Platz sieben beim Weltcup im österreichischen Igls - für Bob-Anschieberin Erline Nolte nicht genug. Die Westhofenerin war mit ihrer eigenen Leistung nicht zufrieden, bekam aber Zuspruch von ihrer Pilotin.

Igls.. Erline Nolte übte nach dem siebten Platz beim Weltcup in Igls/Österreich Selbstkritik. "Ich war mit meiner eigenen Leistung nicht zufrieden", sagte Nolte, die ihre Pilotin Stefanie Szczurek dagegen lobte: "Sie ist gut gefahren." Es war bereits das dritte Mal, dass der Frauenbob mit Schwerter Beteiligung im Weltcup auf Rang sieben landete - nichts Besonderes also mehr für Nolte, die das Resultat mit 1,46 Sekunden Rückstand auf die Weltcupführende Elana Meyers (USA) auch entsprechend einordnete: "Das war nicht schlecht, aber auch nicht super gut."

Mit 68 Hundertsteln Rückstand auf die Amerikanerin hatten Szczurek und Nolte als sechstschnellster Schlitten (53,83 sek) den ersten Lauf ins Tal gebracht. Doch der Rückstand wuchs in Durchgang zwei. 54,11 Sekunden brauchte der Bob da - nur die neuntbeste Zeit. Nutznießerin war Kaillie Humphries. Die Olympiasiegerin von Sotschi und Vancouver, die in dieser Saison der Weltspitze noch meist hinterherfährt. Sie zog vorbei, hatte schließlich vier Hundertstel Vorsprung auf Szczurek, die erst einmal in dieser Saison auf Platz sechs gefahren war.

Was Nolte besonders ärgerte war der Start. Denn mit 5,64 Sekunden und 5,66 Sekunden war die Beschleunigungsphase nicht so schnell, wie Nolte sie sich vorgestellt hatte. "Igls ist eine Bahn, die sehr startabhängig ist. Wer Startbestzeit schiebt, gewinnt hier in der Regel auch", erklärte die Anschieberin aus Westhofen. Denn mit 1270 Metern Länge sei die für die Olympischen Winterspiele von 1976 neu errichteten Kunsteisbahn schlichtweg zu kurz, um einen Startrückstand wieder rausfahren zu können. Zudem gelte die Strecke nicht als schwierig, sagt Nolte: "Hier gibt es nur ganz selten Stürze."

Nicht dass der heimischen Wintersportlerin auf der Zielgerade zur WM noch die Puste ausgeht? "Nach fünf Wochen ohne Pause gehen schon mal die Kräfte aus. Aber das ist normal", so Nolte, die sich nach ihrem letzten Weltcup-Rennen jetzt erholt und dann am 17. Februar den Startwettkampf in Oberhof in Angriff nimmt, um sich für das Rennen auf ihrer Lieblingsbahn in Winterberg zu qualifizieren.