Eisadler sind bereit für die Oberliga

52,93 Prozent unserer Leser haben Christian Gose im Oktober zum ersten Eisadler der Saison gewählt. Im Interview mit Tobias Jöhren spricht Gose über seine vielen Tore, seine vielen Strafzeiten und darüber, was mit den Eisadlern möglich ist.

DORTMUND.. Ihr erster Pflichtspiel-Monat als Dortmund-Rückkehrer - und gleich zum Eisadler des Monats gewählt worden. Ein schönes Begrüßungsgeschenk der Fans?
Auf jeden Fall. Ich freue mich, weil es die Leistung bestätigt und auch zeigt, dass die Leistung bei den Fans ankommt.

Die Vorbereitung lief eher durchwachsen. Seit Ligastart Anfang Oktober stehen dagegen neun Siege, davon acht in der regulären Spielzeit und einer im Penaltyschießen gegen Dinslaken. Woher kam die Leistungsexplosion zum Pflichtspielstart?
Das muss man etwas relativieren. In der Vorbereitung ging es hauptsächlich gegen Teams aus höheren Ligen. Da haben wir uns meiner Meinung nach gar nicht so schlecht geschlagen. Gegen die meisten Teams aus unserer Liga sind wir dann eben doch überlegen. Wir sind als Mannschaft eigentlich so ein Mittelding zwischen Oberliga und Regionalliga.

Sie sind persönlich richtig gut aus den Startlöchern in die Saison gekommen. Elf Tore und sechs Assists schmücken Ihr Spielerprofil. Zufrieden?
Ich kann mich nicht beklagen. Ich bin wirklich sehr zufrieden. Dass es so gut läuft, hätte ich gar nicht unbedingt erwartet.

So oft, wie Sie treffen, sitzen Sie auch auf der Strafbank. Mit 41 Strafminuten führen Sie die interne Statistik souverän an. Sind Sie ein "bad guy" oder ein Opfer der Schiedsrichter?
(lacht) Beides nicht unbedingt. "Bad guy" trifft es eigentlich nicht. Ich spiele gerne ein hartes Spiel. Manchmal wird es halt gepfiffen und manchmal nicht. Das gehört zum Eishockey dazu. Wenn der Schiedsrichter dann eine Strafzeit gibt, muss man die in Kauf nehmen.

Wie aggressiv ist Ihr Spiel denn?
Ich versuche natürlich nicht, irgendwen unnötig zu verletzen. Aber ich will halt schon gewinnen und Siege kommen eben nicht von irgendwo her.

Sie weisen die Erfahrung von knapp 180 Oberliga-Spielen und zehn Bundesliga-Spielen in der DEL für die Iserlohn Roosters auf. Warum sind Sie im Sommer trotzdem zurück nach Dortmund gekehrt?
Das hatte berufliche Gründe, weil ich zusätzlich zu meiner Arbeit noch ein Fernstudium absolviere als Techniker. Deswegen muss ich in puncto Eishockey ein bisschen zurückstecken. In Dortmund ist Eishockeyspielen für mich sehr angenehm möglich. Deswegen bin ich den Schritt eine Liga tiefer gegangen.

Sie spielen in der ersten Angriffsreihe zusammen mit Matthias Potthoff und Felix Berger. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus, wie harmonieren Sie schon?
Mit Potthoff spiel ich seit vier Jahren zusammen. Wir kennen uns sehr gut aus der Zeit in Hamm. Wir sind ja vor der Saison zusammen nach Dortmund gegangen. Mit dem verstehe ich mich schon sehr gut. Und mit Berger passt es eigentlich auch super. Wir ergänzen uns gut auf dem Eis. Und neben dem Eis verstehen wir uns auch alle gut.

Stand jetzt scheint die Regionalliga für die Eisadler nur eine Zwischenstation zu sein. Wäre die Mannschaft bereit für die Oberliga?
Ich sag jetzt einfach mal ja. Es fehlen nur noch Kleinigkeiten. Aber doch, wir sind schon bereit eigentlich. Wenn der Aufstieg diese Saison schon kommen würde, womit man rechnen darf - sagen wir es mal so - wäre die Mannschaft dafür bereit. Wir haben auch in den Vorbereitungsspielen gesehen, dass wir Oberliga-Teams schlagen können. Ich sehe da sportlich keine Probleme, wenn wir aufsteigen würden.

Sie sprechen von Kleinigkeiten, die noch fehlen. Was müsste noch dazu kommen?
Was noch fehlt, ist die Routine. In den entscheidenden Momenten müssen wir wissen, wann wir Druck machen müssen und wann wir eher einen Gang zurückschalten sollten, damit der Gegner das Spiel machen muss. Wir müssen uns also vor allem in der Spielerkennung verbessern.

Eishockey ist in Dortmund schon mehrfach gescheitert. Die Oberliga würde viel Geld kosten. Angst, dass der momentane Erfolg Probleme für die Zukunft mit sich bringt?
Angst würde ich es nicht unbedingt nennen. Das ist auch eine Sache, die ich persönlich gar nicht beantworten kann. Die finanziellen Angelegenheiten muss der Verein klären. Aus sportlicher Sicht würde es klappen, und auch unsere Fans könnten auf jeden Fall mithalten, wenn es in die Oberliga geht. Zu allem anderen kann ich wenig sagen, aber Angst habe ich nicht.
Das ist Christian Gose
- Trikotnummer: 21
- Position: Sturm
- Geburtsdatum: 06.07.1990
- Gewicht: 82 Kilogramm
- Größe: 1,84 Meter
- Schießt: Links
- Tore: 11
- Assists: 6
- Strafminuten: 41
- Bisherige Stationen: Iserlohner Roosters,
Lippe Hockey Hamm, EHC Dortmund,
Passau Black Hawks, Hammer Eisbären

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