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Porträt: Daniel Rott

Eine Schiedsrichter-Karriere wie aus dem Bilderbuch

08.08.2012 | 17:21 Uhr
Eine Schiedsrichter-Karriere wie aus dem Bilderbuch
Daniel Rott, Dortmunds mit Abstand ranghöchster Fußball-Schiedsrichter, darf in jungen Jahren sogar von der Bundesliga träumen.

Während die heimischen Amateurfußballer dem Saisonstart am 19. August entgegenfiebern, hat Daniel Rott, der mit Abstand ranghöchste Dortmunder Schiedsrichter, seinen persönlichen Meisterschafts-Auftakt bereits hinter sich. Er brachte ihn in gewohnt souveräner Manier über die Bühne. „Dreimal Gelb, einmal Gelb/Rot, aber ein relativ ereignisarmes Spiel ohne besondere Vorkommnisse“, fasste der 22-Jährige die Regionalliga-Partie vom Samstag zwischen dem SV Bergisch-Gladbach und dem MSV Duisburg II (2:0) zusammen.

Ein Einsatz in der Regionalliga? Davon können seine Dortmunder Kollegen nur träumen. Doch Daniel Rott hat in jungen Jahren sogar noch mehr erreicht: in der 3. Liga steht er an der Linie. Am ersten Spieltag bei Wehen gegen Erfurt, und am gestrigen Mittwochabend schon wieder, im Team des Drolshageners Thorben Siewer, bei der Partie zwischen Chemnitz und Darmstadt. „Wenn man es in so jungen Jahren schon so weit gebracht hat“, sagt er ohne jede Überheblichkeit, „muss irgendwann die zweite oder gar erste Liga das Ziel sein.“

Die Bilderbuchkarriere des Dortmunders begann bereits mit 14 Jahren. Entstanden aus einem glücklichen Zufall, denn bei einem Spiel des SC Dortmund 97/08, für den er damals die Fußballschuhe schnürte, hatte er als Vereins-Linienrichter fungiert. Karl Kopeka, der die Partie leitete, muss auf Anhieb erkannt haben, welches Talent da in dem jungen Burschen schlummerte: „Jedenfalls hat er mich gefragt, ob ich Spaß daran hätte, Schiedsrichter zu werden. Ich hab’s einfach probiert.“

Daniel Rott ging zum BVB, traf dort wieder Kopeka, der ihm viele wertvolle Tipps gegeben habe. Und dann begann der steile Aufstieg.

Mit 15 leitete er Spiele der A-Junioren, mit 16 Begegnungen in der Kreisliga A. Nach der Aufnahme ins Perspektiv-Team des Verbandes ging es ganz schnell. Die Kritiken der Beobachter fielen so gut als, dass alle sechs Monate eine Beförderung folgte. Im Sommer 2009 dann die Nominierung für die Regionalliga.

Doch die Laufbahn geriet erstmals ins Stocken, als er wegen eines Knorpelschadens im Knie eine komplette Spielzeit verpasste. Wieder genesen, folgte das Debüt in der vierthöchsten deutschen Spielklasse genau ein Jahr später. „Das war schon ein Bruch; es dauert halt etwas, bis man wieder die alte Leistung erreicht“, sagt der seit zwei Jahren für ETuS/DJK Schwerte pfeifende Rott.

Heute ist er längst wieder auf Kurs. Ein Fulltime-Job ist aus seinem Hobby geworden, Training, Vor- und Nachbereitung der Spiele, die Reisen und die zahlreichen Einsätze selbst verschlingen einen Großteil der Freizeit. Bislang bekommt der Student der Wirtschafts-Mathematik an der TU Dortmund aber alles unter einen Hut. Der Spaß an der Sache sei ungebrochen groß. Auch, weil er die Schattenseiten dieser oft auch undankbaren Tätigkeit noch nicht am eigenen Leibe verspürt hat: „Sicher, es gibt auch schwierige Spiele, die von der Atmosphäre auf dem Platz oder auf den Rängen belastend sein können. Aber niemals war es so, dass ich überlegt hätte, den Job aufzugeben.“ Der Blick ist, im Gegenteil, nach vorne gerichtet. Und nach oben. Zehn bis 14 Einsätze in der Regionalliga, so die Regel, erwarten ihn in dieser Saison, der nächste am Samstag, wenn der FC Kray mit Viktoria Köln einen der Titelaspiranten empfängt. Gelegenheiten genug, um sich für noch höhere Aufgaben zu empfehlen. Die erste Liga wäre sein Traum. „Aber das ist ein schwieriger Weg. Und man braucht auch Glück dafür.“ Zu sehr will er sich nicht unter Druck setzen: „Bei uns ist es so ähnlich wie bei den Mannschaften: man guckt von Spiel zu Spiel und schaut dann, was dabei auskommt.“

Auch dem Dortmunder Fußball noch eng verbunden

So oder so: auch im Kreis Dortmund werden sie ihn immer wieder mal sehen können, wie am Montag, beim Turnier des Kirchhörder SC, oder am Tag darauf beim Pokalduell des Hombrucher SV gegen den TuS Körne: für den ganz in der Nähe des Platzes wohnenden Daniel Rott war es ein Heimspiel. „Ich mag halt die Atmosphäre im Amateurfußball und speziell hier in Dortmund, wo man viele Spieler und Zuschauer kennt.“

Vielleicht folgt im Winter der nächste Einsatz bei der Hallen-Stadtmeisterschaft. „Ich wäre gerne dabei“, sagt er, „wenn ich die Zeit dazu habe.“ Aber genau das könnte das Problem werden. Der Terminplan des ambitionierten Referee ist, wie gesagt, randvoll...

Von Udo Stark


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