Ein überraschender und ein erwarteter Titel
31.08.2008 | 19:06 Uhr 2008-08-31T19:06:00+0200
Von Timm Becker Für beide ist es der erste Titel bei den Stadtmeisterschaften – das ist die erste Gemeinsamkeit.
Sie haben die Titelverteidiger direkt aus dem Turnier befördert – Gemeinsamkeit Nummer zwei. Und sie spielen beide beim DTK Rot-Weiß – noch etwas, was Fabio Biasion und Justine Ozga gemein haben. Ihr Weg zum Titel war hingegen höchst unterschiedlich.
Die große Bühne hatte Fabio Biasion schon eine Woche zuvor gehabt, beim apano-Cup. Als zum Turnierabschluss alle möglichen Ehrungen vorgenommen wurden, war auch für den Nachwuchsmann des DTK Rot-Weiß eine dabei. Der Fairness-Pokal.
Eine Woche später wiederholte sich die Szenerie, diesmal auf der Anlage des TSC Hansa. Wieder stehen die Ehrungen an, wieder ist Biasion mittendrin, doch diesmal gibt's den Preis für die sportliche Leistung. Zum ersten Mal hat der 17Jährige die Stadtmeisterschaft gewonnen. In drei Sätzen, 6:1, 3:6 und 6:2, besiegte er im Finale den Hanseaten Philipp Leonhardt.
Es war das Endspiel der Überraschungsfinalisten. In der Setzliste des A-Feldes hatten es Biasion und Leonhardt gerade mal auf die letzten beiden Plätze geschafft, Position sieben und acht. Doch während sich im Laufe des Turniers von den Top-Gesetzten einer nach dem anderen verabschiedete, blieben Biasion und Leonhardt – die beim Favoritensturz kräftig mithalfen – bis zum Schluss. Und sie spielten das Finale, als wollten sie ihren Erfolg bis in die letzte Minute auskosten.
Es war eines der intensiveren Endspiele. Beide Finalisten spielten mit großem Krafteinsatz, beide gaben keinen Ball verloren. Dabei brauchte Philipp Leonhardt ein wenig länger, bis er ins Spiel fand. Vielleicht, weil er vor dem Endspiel noch den letzten Satz seines Halbfinalspiels hatte zuende bringen müssen. „Anfangs habe ich überhaupt kein Mittel gefunden”, so Leonhardt.
Das änderte sich aber mit dem zweiten Abschnitt. Den entschied der Hanseat – der direkt nach dem Tennis-Finale noch für die Fußballer des TuS Körne auf Torejagd ging – für sich (6:3) und zumindest bis zum 3:2 des dritten Satzes war die Partie vollkommen ausgeglichen. Den entscheidenden Vorteil holte sich Neu-Stadtmeister Biasion mit dem Break zum 4:2 im dritten Abschnitt. „Das war die Entscheidung”, war sich Biasion, der im Viertelfinale überraschend Tim Richter, den Titelverteidiger, besiegt hatte, sicher. Er hatte Recht.
Bei den Damen schaffte es die alte Stadtmeisterin zwar ins Endspiel, dort wurde Janina Kummetz (TC Eintracht) aber sehr klar die Grenzen aufgezeigt.
Viel zu stark war Justine Ozga, die neue Titelträgerin für Kummetz, die entthronte - 6:0, und 6:0 setzte sich Ozga durch. Überraschend war das nicht, allein in der deutschen Rangliste trennen die beiden Spielerinnen knappe 200 Plätze. Weshalb Ozga, die Profi-Spielerin, in ihrer eigenen Liga spielte. Ein einziges Spiel gab sie im gesamten Turnierverlauf ab. Kummetz, nahm ihre klare Final-Niederlage indes mit Humor: „Zwei, drei ganz gute Bälle von mir waren aber schon dabei.”
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