Ein Rücktritt und viele Fragen
22.02.2012 | 19:54 Uhr 2012-02-22T19:54:00+0100
Die Nachricht sorgt für Unruhe bei den heimischen Eishockey-Fans: Am Dienstagabend gab Dr. Günther Kuboth bekannt, dass er zum 30. Juni 2012, also nach Saisonende, von allen Ämtern beim EHC Dortmund e.V. und der Spielbetriebs-GmbH zurücktritt. Die schlimmsten Befürchtung der Dortmunder Eishockeyfans sind somit wahr geworden.
Denn mit Kuboth geht die zentrale Bezugsperson, mit der Hauptsponsoren sowie Trainer und Sportmanager Frank Gentges ihr Wirken für den EHC verknüpft haben. Gentges hatte sich in den vergangenen Tagen mehrfach demonstrativ an die Seite von Kuboth gestellt, als dieser seinen Rücktritt ankündigte für den Fall, dass die für diese Woche anberaumten Gespräche mit Verantwortlichen der Stadt Dortmund, letztlich Eigentümerin des Eisstadions, weiterhin „keine brauchbaren Ergebnisse“ zeitigen würden. Schon seit geraumer Zeit hatte der Verein versucht, auf die zum Teil „unwürdigen Bedingungen“ in Kabinentrakt und Tribünenbereich hinzuweisen, deutlich verbesserte finanzielle Konditionen zu verhandeln und auf diese Weise den „großen Standortnachteil“ ein wenig auszugleichen.
Mit einer lapidaren SMS vermeldete Günther Kuboth nach einem Treffen mit dem Olympiastützpunkt (OSP) seinen Rücktritt: „Ich trete als Geschäftsführer der EHC Dortmund Spielbetriebs GmbH und Präsident des EHC Dortmund e.V. zum 30.6.2012 zurück. Für den Rest der Saison werde ich den EHC Dortmund weiterhin wie bisher voll unterstützen. Eine weitere Kommentierung meines Rücktritts erfolgt nicht.“ Das änderte sich im Verlauf des Mittwochs: „Das Wohl und Wehe des Dortmunder Eishockey sollte nicht ausschließlich an meine Person geknüpft werden“, sagte Kuboth.
Auch Gerd Alda, der 2. Vorsitzende und zuständig für den eigentlichen Verein, war zu einem Statement bereit: „Ich verstehe, dass jetzt viele regelrecht geschockt sind. Aber ich kann eines versichern: Den EHC Dortmund wird es weiterhin geben.“ Einen EHC ohne erste Mannschaft, so Alda weiter, könne er sich außerdem einfach nicht vorstellen, egal in welcher Liga. Das hänge natürlich davon ab, wie viel Sponsorengeld dann zur Verfügung stehe.
Dennoch seien auch in den Gesprächen von Dienstagabend große Differenzen zwischen den Positionen des OSP und denen des Vereins deutlich gewesen. „Die Gespräche sind noch nicht beendet“, will Alda noch nicht aufgeben, gibt aber zu: „Ich habe heute Nacht kein Auge zugemacht. Denn ich hänge sehr an diesem Verein, und ich werde ihn auf keinen Fall im Stich lasen.“
Wie schon angekündigt, wird die Saison mit vollem Einsatz aller Beteiligten zu Ende gespielt. „Es verlangen allein schon Fairness und sportlicher Ehrgeiz, dass man weiterhin versucht, das maximal Mögliche aus dieser Saison noch herauszuholen“, verspricht Chefcoach Frank Gentges. So dürfen sich die EHC-Fans zumindest darauf freuen, dass die Elche ab Freitag noch mal richtig Gas geben werden – was auch immer dabei am Ende herauskommen mag.
Nach Saisonende aber sieht es aus, als solle es ein weiteres Mal mit Profieishockey in Dortmund zu Ende zu gehen. „Jeder, der etwas für den Eishockeystandort Dortmund und den Club tun will, ist uns herzlich willkommen“, streckt Gerd Alda die Hand aus. Für die
jetzige Mannschaft und ihren Trainer kommen mögliche neue Förderer aber wohl zu spät, denn jetzt werden die Weichen für die nächste Spielzeit gestellt.
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