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Frauen-Handball

Ein handballerischer Leckerbissen

30.10.2012 | 18:31 Uhr
Ein handballerischer Leckerbissen
Fehlt am Mitwoch gegen Buxtehude: Sally PotockiFoto: Bodo Goeke

Ausgerechnet gegen Buxtehude, hatte Alice Vogler nach der Pokalauslosung für die 2. Runde gesagt. Und man konnte deutlich vernehmen, was die Trainerin der BVB-Handballerinnen dachte. Eigentlich gibt’s ja zur Zeit im Deutschen Frauenhandball keine anspruchsvollere Aufgabe, als gegen den aktuellen Tabellenzweiten (punktlich mit Spitzenreiter Thüringen) anzutreten. Heute Abend ist es soweit: Die Norddeutschen kommen in die Halle Wellinghofen, 19.30 Uhr ist Anwurf. Und mit dabei ist auch Ex-Borussin und Nationalspielerin Friederike Lütz. Eines der Aushängeschilder des Buxtehuder SV.

Von einer Spielerin solcher Güte und einer Mannschaft solcher Klasse darf Alice Vogler nur träumen. Mit 18 Jahren gab die gebürtige Mengederin ihr Debüt in der Nationalmannschaft. Das war im Oktober 2006. Sechs Jahre zuvor war „Fredde“ vom beschaulichen TV Mengede zum BVB gewechselt. Ihren ersten Bundesligaauftritt für den BVB hatte sie am 9. März 2005. Im Alter von nur 17 Jahren, ausgerechnet gegen Buxtehude. Sie warf vier Tore und war beste Borussin.

Spriestersbach und Potockifallen krank oder verletzt aus

Vier Jahre später unterschrieb sie einen Zweijahres-Vertrag bei den Norddeutschen, heute Abend kehrt sie an die alte Wirkungsstätte zurück. Eines ist klar: Rücksicht auf familiäre Bande wird es nicht geben. „Es ist immer schön, das Parkett als Siegerin zu verlassen“, sagte Friederike Lütz ausgesprochen diplomatisch. Sicherlich wird es so kommen. Alles andere als ein Sieg für Buxtehude, und das muss man einfach sagen, wäre eine riesige Sensation. „Wir sind ganz locker und können nur positiv überraschen. Auf alle Fälle freue ich mich aber auf diesen handballerischen Leckerbissen. und auf hoffentliche viele Fans. Wir werden alles geben und es Buxtehude so schwer wie möglich machen“, zeigte sich Borussen-Trainer Alice Vogler ziemlich realistisch.

Muss sie auch sein, kommt zu allem Überfluss doch noch ein ausgesprochener Personalengpass hinzu. Mit Svenja Spriestersbach und Sally Potocki fehlen zwei echte Leistungsträgerinnen. Spriestersbach fällt mit einer hartnäckigen Mandelentzündung aus, und Sally Potocki hat sich im Training eine Einblutung in der Bauchmuskulatur zugezogen. „Unter normalen Umständen könnten wir diese Ausfälle noch kompensieren, aber gegen eine eingespielte Top-Mannschaft wie Buxtehude wird das natürlich doppelt schwer“, kommentierte Vogler diese Verletzungsmisere.

Was besonders schade für Friederike Lütz ist. Auf das Wiedersehen mit ihrer ehemaligen Buxtehudener Mannschaftskameradin Svenja Spriestersbach habe sie sich schon gefreut, so die 26-Jährige, die aber zwischen Freundschaft und Aufgabe genauestens trennen kann: „Wir müssen uns auf die Partie gegen den BVB konzentrieren. Deshalb werde ich mich auch erst nach dem Spiel mit meiner Familie und Freunden treffen.“

Drei Fragen an Friederik Lütz

1 Hallo Frau Lütz. Am Sonntag spielten Sie noch in der Champions League gegen Hypo Niederösterreich und erzielten dabei zwei Tore. Heute müssen sie in die 2. Liga zum BVB. Bleibt da die Konzentration auf der Strecke?

Natürlich muss man sich umstellen. Aber dennoch dürfen wir den BVB nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dortmund ist schwer einzuschätzen. Aber das Potenzial ist sicherlich vorhanden. Ein Risiko bleibt immer. Die Entwicklung der Mannschaft verfolge ich persönlich regelmäßig. Auch werde ich immer von meiner Mutter mit Zeitungsartikeln versorgt.

2 Nutzen Sie den Trip nach Dortmund zum Besuch der Familie?

Natürlich. Meine Eltern und Freunde aus Dortmund kommen zum Spiel. Und nach der Partie bleibe ich noch eine Nacht in Mengede bei meinen Eltern. Man muss ja die Gunst der Stunde nutzen.

3 Sind Sie eigentlich noch oft in Dortmund und welchen Kontakt haben Sie zum BVB?

Der Kontakt ist nicht mehr sehr groß und auf Telefonate mit Steffi Steden, Julia Wolf oder Svenja Spriestersbach beschränkt. Wir haben ja zusammengespielt. Ansonsten komme ich nicht mehr sehr oft nach Dortmund, da mich auch auf mein Studium konzentrieren muss. Im kommenden Frühjahr will ich meinen Bachelor in Architektur in der Tasche haben.


Peter Kehl


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