Dursts Traum von den Paralympischen Spielen droht nach Unfall zu platzen

Schwerer Unfall bei einer Trainingsfahrt am Phoenixsee: Hans-Peter Durst.
Schwerer Unfall bei einer Trainingsfahrt am Phoenixsee: Hans-Peter Durst.
Was wir bereits wissen
Die Medaillen-Hoffnungen des Dortmunder Radsportlers Hans-Peter Durst haben einen herben Dämpfer bekommen. Bei einer Trainigsfahrt wurde der für die Paralympischen Spiele 2012 in London Nominierte von einem betrunkenen Radler umgefahren und verletzt und muss um seine Teilnahme an den Spielen bangen.

Dortmund.. Hans-Peter Dursts Hoffnungen auf eine Medaille bei den Paralympischen Spielen in London haben einen schweren Dämpfer erhalten. Der Weltmeister im Paracycling kollidierte am Montagabend gegen 21.20 Uhr bei einer Trainingsfahrt am Phoenixsee mit einem stark alkoholisierten Radfahrer. Durst stürzte zu Boden und zog sich einen Bruch der Speiche am rechten Arm und eine schwere Daumenverletzung zu. Der Tatverdächtige floh zunächst vom Unfallort, konnte aber später von der Polizei gestellt werden. Eine Alkoholprobe ergab bei ihm ein Wert von etwa drei Promille. Gegen den 51-jährigen Radfahrer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Paralympics Durst war vor dem Unfall mit Ehefrau Ulrike von einem Olympia-Vorbereitungslehrgang in Freiburg zurückgekehrt. Um nach der langen Autofahrt seine Muskulatur aufzulockern, setzte er sich auf sein Dreirad und radelte noch einige Kilometer um den Phoenixsee, der im Zuge seiner Vorbereitung auf die Paralympics ein wichtiges Trainingsgebiet gewesen war.

Von Erfolg zu Erfolg gearbeitet

Nach seinem schweren Sturz ist Hans-Peter Durst umgehend in das Klinikum Nord eingeliefert worden, wo er gestern am linken Daumen und am rechten Arm operiert wurde. In den rechten Arm setzten die Ärzte eine Platte ein.

Der 54-jährige Sportler der RBG Dortmund, der in den letzten beiden Jahren von Erfolg zu Erfolg gefahren ist, ist völlig niedergeschlagen, da er sich seit über einem Jahr intensiv auf die Paralympics in London vorbereitet. Im Einzelzeitfahren über 7,6 km zählte er auf der früheren Formel-1-Strecke in Brands Hatsch neben dem Briten David Stone zu den Goldkandidaten. Auch im Straßenrennen über 15,2 km hatte er gute Medaillenaussichten.

Ärzte werden alles tun

Ob seine Paralympics-Teilnahme in Gefahr ist und eine Absage droht, lässt sich im Augenblick noch nicht sagen. „Vieles wird nun vom weiteren Heilungsverlauf abhängig sein. Die Ärzte werden alles dafür tun, dass er dabei sein kann“, berichtet Ehefrau Ulrike Durst, die in den letzten Jahren selber viel Zeit und Energie in die Medaillenträume ihres Mannes investiert hat. Allerdings schränkt sie ein: „Falls Hans-Peter mitfahren kann, wird er in London auf keinen Fall die Leistungen abrufen können, die er sonst erbracht hätte. Er war zuletzt in Freiburg in einer Superform.“