Dove vor Iserlohn-Spiel: Realistisch ist ein 2:18

Die Rollhockeyspieler des Zweitligisten ERSC Schwerte stehen vor einem echten Highlight-Spiel. Das Los für das Achtelfinale des DRIV-Pokals brachte nämlich ein Derby gegen die ERG Iserlohn, das erfolgreichste deutsche Rollhockey-Team der letzten Jahre. Für Schwertes Marc Dove bedeutet das ein brisantes Spiel.

Schwerte.. Dove spielte nicht nur zwölf Jahre für den Bundesligisten. Aktuell trainiert er auch noch einmal wöchentlich bei den Iserlohnern mit. Im Interview spricht er über Auswärtsfahrten in der Champions League und seine Erwartungen an das Pokalmatch.

Herr Dove, als vermutlich einziger Schwerter haben Sie ein Europapokal-Spiel beim FC Barcelona in Ihrer Vita stehen. Wie kam es dazu?

Marc Dove: Als Deutscher Meister sind wir mit Iserlohn 2007 in die Champions League eingezogen. Die führte uns zum Beispiel auf die portugiesische Insel Porto Santo, aber auch nach England und natürlich nach Spanien. Dort wird Rollhockey professionell gespielt und ist nach Fußball und Basketball dritte Sportart.

Wie darf man sich denn eine Auswärtsfahrt im Rollhockey-Europapokal vorstellen?

Die Anfahrt hing immer mit den Preisen zusammen. Oftmals sind wir auch mit dem Bus gefahren. Wochenendetrips waren das aber nicht, weil da die Ernsthaftigkeit schon im Vordergrund stand. In Barcelona wurden wir supergut empfangen. Die haben uns einen Bus gestellt, uns zum Essen eingeladen. Da erlebten wir Gastfreundlichkeit ohne Ende. Gespielt haben wir vor etwa 400 Zuschauern, wobei der Schnitt in Ligaspielen dort deutlich höher ist.

Welchen Aufwand betreiben Sie beim ERSC?

Dadurch, dass die 2. Liga in zwei Staffeln geteilt ist, ist der Aufwand relativ begrenzt. Das weiteste Auswärtsfahrt führt nach Allstedt (Sachsen-Anhalt,d. Red.). Normal trainieren wir einmal montags, dann versuchen wir noch eine zweite Trainingseinheit zu absolvieren. Generell hat es sich bei uns zum Positiven entwickelt. Der Spaß kommt nie zu kurz, wir haben trotzdem eine ernste Einstellung und jeder bekommt seine Spielanteile.

Warum haben Sie sich damals für Rollhockey entschieden?

Das fing als Kind in Ergste an, als wir dort Ober- gegen Unterdorf auf der Straße gespielt haben. Als ich dann zur Schwerterheide zog, habe ich auch dort gespielt und wurde eines Tages von einem Nachbarn, der mich gesehen hat und beim ERSC war, im Bus angesprochen. Da war ich 13. Und weil meine Eltern mir Eishockey, was ich immer spielen wollte, verboten haben, bin ich dann dort hin.

Nun wartet als Pokalhighlight das Derby auf den ERSC. Sie trainieren selbst noch einmal in Iserlohn mit. Haben Sie schon eine Schwachstelle erspähen können?

Wir spielen gegen die beste Mannschaft der letzten Jahre. Alles andere als eine deutliche Niederlage wäre überraschend. Realistisch tippe ich auf ein 2:18. Aber es ist ein Derby. So, wie wir uns früher auf Barcelona freuten, sollten wir es nun auch tun.

Rollhockey in der FBG-Sporthalle
Das Pokalspiel zwischen dem ERSC Schwerte und der ERG Iserlohn steigt am Samstagabend, 20 Uhr, in der FBG-Sporthalle.