Dortmund im Trailrunning-Fieber

Beim 2. Ecco Indoor Trail haben sich 2200 Läufer und 850 Schüler der Herausforderung Trailrunning gestellt, gemeine Hindernisse, 300 Treppenstufen und ihren Schweinehund überwunden. Das laute Keuchen und leise Fluchen der Läufer dürfen die Veranstalter als Kompliment verstehen mehr Spaß kann ein Trail in der Halle kaum machen.

Dortmund.. Drei Tage Action mit alpinem Flair: Auf 1,3 Kilometern hatten die Streckenplaner jede Menge Hindernisse eingebaut. 60 Höhenmeter pro Runde und 300 Treppenstufen - der Kurs hatte es einmal mehr in sich.Rita Nowottny-Hupka (53), Dortmunder Ultraläuferin, steht nun wirklich nicht im Verdacht, eine Drückebergerin zu sein. Doch nach vier Mal 1,3 Kilometern über den vielleicht anspruchsvollsten Parcours der Welt gibt sie am Samstag gerne zu: "Das ist doch schon etwas Außergewöhnliches."


Schön verrückt und schwer genug, um Grenzen und Grenzgänger auszutesten. Aber immer noch sicher und sanft im Vergleich zu Trailrennen im Niemandsland. Ein Appetitmacher eben. "Das Wichtigste ist, dass die Leute Spaß haben", sagt Heinrich Albrecht, Chef des Veranstalters Plan B.


Ausgelassene Stimmung


Am Samstagvormittag herrschte die ausgelassenste Stimmung in den Westfalenhallen. 850 Kinder aus sieben Dortmunder Schulen gingen auf die Strecke. Im Vordergrund stand dabei nicht die Zeit, sondern der Spaß am Laufen. Einen Sieger gab es beim Kids-Run aber trotzdem: Mit 398 Teilnehmern stellte die Robert Koch-Schule die größte Startgruppe und sicherte sich damit den Siegerscheck im Wert von 1.194 Euro. Auf Rang zwei landeten die Vorjahressieger von der Marie-Reinders Realschule, die mit 352 Startern einen Großteil ihrer Schülerinnen und Schüler mitbrachte.


Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr lagen die Erwartungen hoch, doch es gelang, einen noch attraktiveren und spektakuläreren Parcours in die vier Westfalenhallen zu zaubern. Aus 650 Kubikmetern Erde, 11 Kubikmetern Kies, 22 Kubikmetern Sand, 50 Kubikmetern Schnee, 61 Felsen, 504 Laufmetern Holz, 19 Baumstämmen und vielen anderen natürlichen Materialien mehr hatten Streckenchef Joscha Forstreuther, Trailspezialist Stephan Repke und ihr Team die rund 1,3 Kilometer lange Strecke geformt. Insgesamt 17 verschiedene Hindernisse - darunter Wälder, Wiesen, Geröllfelder, Sanddünen, eine Brücke und ein Berg - galt es vom Start bis ins Ziel zu überwinden.


Florian Reichert mit drei Siegen "Trail King"


Neben zahlreichen HobbyathletInnen nutzen auch in diesem Jahr wieder viele Profis die Gelegenheit, sich schon so früh im Jahr mit der Konkurrenz zu messen. Die Augen der Besucher waren vor allem auf Titelverteidiger Florian Reichert und Tough-Guy Knut Höhler gerichtet. Für die große Überraschung aber sorgte das Team der Deutschen Orientierungsnationalmannschaft. Zwar konnte Reichert den "Trail King" aus dem Vorjahr mit drei Start-Ziel-Siegen souverän verteidigen, dahinter aber entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Stockerlplätze. Am Ende setzte sich der 25-jährige Riechers gegen Routinier Höhler durch und verwies diesen auf den dritten Gesamtrang.


Vorjahres-Zweite Sonja Vogt vor Titelverteidigerin Natascha Schmitt


Bei den Damen waren Sonja Vogt und Natascha Schmitt eine Klasse für sich. Nachdem Vogt den Sprint und den 5,2 km-Lauf für sich entschieden hatte, holte sich die 26-jährige Frankfurterin den Sieg im abschließenden 10,4 km-Rennen. An der Platzierung in der Endwertung konnte die amtierende Titelverteidigerin in diesem Jahr allerdings nichts mehr ändern. Sonja Vogt, die dreifache Mutter aus Iserlohn, sicherte sich mit rund einer Minute Vorsprung den Gesamtsieg und darf nun für ein Jahr den Titel "Trail Queen" tragen.


Klein und Groß im Trailrunning-Fieber


Neben Sprint, Vier- und Achtrunden-Lauf standen auch noch jede Menge andere Rennen am Programm. Am Samstag-nachmittag eroberten 850 Schulkinder beim Kids-Runden Parcours und am Sonntag gingen beim Family Race Klein und Groß gemeinsam auf die Strecke. Den Augen von Kindern und Erwachsenen war die Freude am Laufen anzusehen. Auch beim Staffelrennen kam der Spaß nicht zu kurz. Obwohl sich die Viererteams ordentlich ins Zeug legten, stand hier vor allem das olympische Motto "Dabeisein ist alles" im Vordergrund.