Dirk Müller und die Frauen retten die Bilanz
03.05.2011 | 18:08 Uhr 2011-05-03T18:08:00+0200
Ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen. Nein, das war nicht die gängige Floskel an der Wursttheke, sondern das Fazit von Nutrixxion-Teammanager Mark Claußmeyer nach dem prestigereichen Radsportklassiker „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“. Unterm Strich blieb Platz 19 durch Dirk Müller, der damit bewies, dass auf die sogenannten „Alten“ Verlass ist, wenn es drauf ankommt.
Der 37-jährige Fuldaer, vor fast fünf Jahren nach dem Gewinn des Meistertitels nach Dortmund gekommen, erreichte mit dem 70 Mann starken Spitzenfeld das Ziel. „400 m vor dem Ziel habe ich eine Welle bekommen und dadurch meinen dritten Platz verloren“, blickte Müller mit leichter Unzufriedenheit zurück. „Rang 19 bei einem der wichtigsten unserer Rennen ist nicht unbedingt das, was wir uns vorgenommen hatten“, bewertete Teamchef Mark Claußmeyer das Abschneiden seines Teams. „Dirk hat sicherlich das Beste aus der Situation gemacht und sich im Spitzenfeld behauptet. Allerdings war es unser Plan, noch einen schnellen Mann für das Finale mit in der ersten Gruppe zu haben. Das ist uns leider nicht gelungen.“
Lange Zeit zum Nachdenken haben die Jungs aus Dortmund nicht. Schon am Dienstagnachmittag ging es nach Moskau, wo das Team auf Grund seiner großartigen Erfolge in der Vergangenheit erneut zu den „Fünf Ringen von Moskau“ eingeladen wurde. Bei dem Etappenrennen wollen dann auch die zuletzt blassen Sprinter wieder glänzen. So wie Erik Mohs, der in Büttgen beim Bahnrennen Spurt in den Mai Rang zwei herausfuhr. Am Sonntag wiederholte der Nationalfahrer seine Platzierung im Straßenrennen.
Immer stärker in den Vordergrund drängt auch der Frauenradsport in Dortmund. Beim Team Abus-Nutrixxion, der einzigen deutschen Frauenmannschaft im Profibereich, läuft es immer besser. Die Dortmunderin Anna-Bianca Schnitzmeier hat sich an die härtere Gangart gewöhnt, bestritt zuletzt den Weltcup-Klassiker Flandern-Rundfahrt, die Bundesliga-Rennen in Cadolzburg und Überherrn und drei weitere Weltcuprennen. „Man lernt von Rennen zu Rennen“, erzählt die 21-Jährige, die von den Weltklasse-Fahrerinnen wie Nathalie Lamborelle aus Luxemburg oder Marie Lindberg aus Schweden natürlich schon einige taktische Raffinessen abgeguckt hat.
Nach den Bundesliga-Siegen von der im englischen Bristol lebenden Bochumerin Anna Fischer (in Überherrn) und der Schwedin Marie Lindberg (in Cadolzburg) setzte am Wochenende Melanie Hessling die Erfolgsserie in Ahrweiler fort. Dort gewann die 29-Jährige ein Kriterium über 40 km. Eine Klasse-Vorstellung zeigte dabei auch die Wellinghoferin Julia Fehring als Dritte.
Julia Fehring auf Platz drei hinter Siegerin
Melanie Hessling
Bis dahin ist es für eine junge, aber offensichtlich talentierte Radsportlerin, noch ein weiter Weg. Die Rede ist von Karin Chrzan aus Rahm, 15 Jahre alt und Mitglied des RSV Nord. Zuletzt wurde sie Vierte in Herford, zuvor hatte Karin Chrzan ein Trainingslager auf Mallorca mit dem RSV Nord absolvierte und mit ihren männlichen Kollegen durchaus mithalten konnte.
Richtig los geht’s am Wochenende auf für die Jedermänner beim zweiten Saisonrennen der German Cyling Serie in Göttingen. Neben dem Ex-Sturmvogel-Fahrer Andreas Jung geht zum ersten Mal auch Dr. Georg Sondern mit dem 4Fun-Nutrixxion-Team im Harz an den Start. Beide haben die 84 km-Runde gewählt. Am Start sind insgesamt 2000 Aktive. Bei der Saisonpremiere in Köln waren es sogar 4000 Athleten, die in die Pedale traten.
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