Die Hoffnung auf ein Happyend
23.05.2012 | 18:32 Uhr 2012-05-23T18:32:00+0200
Es könnte ein Meilenstein gewesen sein auf dem Weg zum Klassenverbleib. Mit dem Überraschungscoup gegen Vizemeister Erkenschwick hatte der FC Brünninghausen erstmals seit Monaten die Abstiegsplätze verlassen. Die Rettung ist wieder aus eigener Kraft möglich - und nach einer turbulenten Saison mit vielen Tiefen ein Happyend in Sicht. Das wäre dann doch noch ein Grund zum Feiern: wenigstens der Super-GAU bliebe den Südlichen damit erspart.
Eine wahre Achterbahnfahrt liegt hinter dem Aufsteiger, der im Sommer des vergangenen Jahres mit so hohen Erwartungen in die Westfalenliga gestartet war.
Selbstbewusst war die Qualifikation für die Oberliga als Ziel ausgegeben worden, doch nach verheißungsvollem Beginn folgten Rückschläge und interne Unruhen, die in der vorzeitigen Trennung von Dominik Behrend und Sebastian Stein einen ersten unrühmlichen Höhepunkt fanden und im Dezember im „Aus“ für Trainer Volker Rieske gipfelten. Brünninghausen setzte auf eine interne Lösung, als der Sportliche Leiter Frank Eigenwillig dessen Job übernahm - und mit sechs Niederlagen startete: der FCB, nach der Hinrunde immerhin noch Achter, stürzte tief in die Abstiegszone.
Die Verantwortlichen bewahrten in dieser prekären Situation die Ruhe, hielten an ihrem Konzept und ihrem Trainer, mit dem sie den Vertrag frühzeitig verlängert hatten, fest. Zu Eigenwilligs Unterstützung wurde mit Michael Griehsbach ein neuer Sportlicher Leiter installiert - mit diesem Duo ging es in kleinen Schritten aufwärts.
Das Image korrigieren
„Wir hatten in der Trainerfrage auch intern viele Kritiker“, sagt Geschäftsführer Thomas Brümmer rückblickend, „aber es war von Anfang an zu erkennen, welch gute Arbeit Frank Eigenwillig leistet.“ Dass der Verein im sportlichen Bereich wieder in ruhigere Fahrwasser geriet, sei aber auch Griehsbach zu verdanken: „Wir mussten die Position in der Sportlichen Leitung wieder neu besetzen und haben dafür einen absoluten Fachmann und Kenner der Szene gewonnen, der prima mit dem Trainer harmoniert und außerdem dabei ist, einen sehr guten Kader für die kommende Saison zusammenzustellen.“ Dazu gehöre auch, dass der FCB sein Image als finanzkräftiger Emporkömmling korrigieren will: „Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass nicht jeder große Name automatisch Erfolg garantiert. Wir setzen auf hungrige, entwicklungsfähige Spieler aus der Umgebung. Leute, die sich mit dem Verein und der Aufgabe hier identifizieren.“
Die Verträge gelten für beide Ligen. Denn noch warten zwei ganz schwere Aufgaben: am Montag in Hordel bei einer Mannschaft, die im Kampf um den Oberliga-Aufstieg jeden Punkt benötigt. Und zum Finale daheim gegen Meister Wattenscheid, für den wenige Tage später allerdings die Regionalliga-Relegation ansteht. „Möglich“, mutmaßt Brümmer, „dass sie den Kopf dann für ein aus ihrer Sicht so bedeutungsloses letztes Punktspiel gar nicht mehr frei haben. Aber davon unabhängig bin ich überzeugt, dass wir in beiden Spielen eine echte Chance haben, wenn wir wieder das abrufen, was uns in den letzten Wochen ausgezeichnet hat.“
Hilfe aus Wickede und Eving?
Ein Vorteil im Fernduell mit Olpe um den rettenden 14. Tabellenplatz dürfte das Restprogramm des einzig verbliebenen Konkurrenten sein: die Südwestfalen spielen - daheim gegen Wickede und zum Abschluss in Eving - noch gegen zwei Dortmunder Klubs. Die Hoffnung, dass die beiden Lokalrivalen in diesen für Brünninghausen so wichtigen Partien Vollgas geben werden, ist fraglos begründet. Brümmer: „Jeder hat in der nächsten Saison doch viel lieber ein weiteres Derby, als stattdessen nach Olpe fahren zu müssen...“
INFO
Kluy soll bleiben - Tomaschewski geht
Einige Personalien sind im Hinblick auf die neue Saison offen. Von Andreas Kluy, der gehalten werden soll, erhofft sich der FCB in der nächsten Woche eine Entscheidung. Eine Hängepartie gibt es auch bei Dominic Tempel.
Der im Winter verpflichtete Mathias Tomaschewski werde dagegen laut Thomas Brümmer kein neues Angebot erhalten. Danny Woidtke will aus beruflichen Gründen kürzer treten und wird daher aus dem Kader ausscheiden.
Für Tobias Schmitz, bei dem ein Verdacht auf Arthrose im Hüftbereich besteht, gebe es dennoch Hoffnung, seine Laufbahn fortsetzen zu können.
Gesucht wird jetzt noch jeweils eine Verstärkung für die Abwehr und den Angriff.
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