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Die Drei im Dauereinsatz

15.02.2012 | 19:12 Uhr
Die Drei im Dauereinsatz
Die Drei von der Rennbahn im Dauereinsatz (von links): Hans Lange, Mike Schmidtchen und Anton Block

Wenn die obligatorische Frage kommt, „Anton kannst Du mal...?“, setzt er sein breites Grinsen auf. Dann ist Anton Block der Chef auf der Dortmunder Galopprennbahn, ansonsten „Vorarbeiter“, wie er selbst sagt. Rennbahnverwalter heißt seine Berufsbezeichnung. Ein „Alleskönner“, wie er sich scherzhaft bezeichnet. Seit 20 Jahren schon in dieser Funktion, sogar seit drei Jahrzehnten insgesamt ist der gelernte Schweißer der Mann für schwierige Fälle. Gemeinsam mit seinen Kollegen Hans Lange und Mike Schmidtchen; verantwortlich für das Areal von 450 000 Quadratmetern.

Viele Rohrbrüche

Im Moment sind Reparaturen angesagt, die vielen Rohrbrüche nach dem Kälteeinbruch. „Kleinigkeiten“, sagt Block und fügt mit kritischem Unterton an, „wenn zu wenig Pferde in den Stallungen sind, friert das Mauerwerk ein“. Aber das ist ein grundsätzliches Problem im Rennsport und nicht sein Ding. Block ist für andere Arbeiten zuständig, Schäden beseitigen, die Leitungen wieder dicht machen.

Das erledigt er, während Kollegen die Boxen für die Gastpferde her richten, weil es am Sonntag weiter gehen soll, mit einem Rennprogramm auf der Sandbahn, zum fünften Mal hintereinander. Ein geplanter Renntag, nicht wie der am letzten Wochenende, den die Dortmunder aus Neuss übernehmen mussten. „Ich hatte zuletzt Sieben-Tage-Rennen, fünf Wochen nur am Arbeiten“, berichtet der 54-Jährige vom Winterstress. Denn nirgendwo konnten Pferde in Deutschland trainiert werden, nirgendwo waren Rennen zu veranstalten.

Weil diese Sandbahn eben wie keine andere schmerzfrei den Frost überstanden hatte, wählten auch die Trainingsgäste zuhauf den Weg nach Wambel. Wie Sascha Smrczek, Axel Kleinkorres, Rudi Storp sowieso, dazu Peter Schiergen, Andreas Wöhler und Andreas Löwe, die ihren Pferden den konditionellen Schliff für die Winterrennen im Schweizer Nobel-Skiort St. Moritz verpassten. Die Prominenz kam gerne nach Dortmund, weil nur hier die Pferde laufen konnten. Ein Verdienst der Drei von der Rennbahn.

„12 Tonnen Salz“, so Block hatte die Energieleistung zudem gekostet. „Ständig fahren“, war die Vorgabe für Trecker und Unimog im Dauereinsatz. Mit Kratzer und Kreiselegge wurde das Eis „Millimeter für Millimeter“ kleingehäckselt und die Sandbahn in einem Zustand erhalten, der den Neid anderer Trainingszentralen erweckte. „Morgens vor dem Training, dann nachmittags zwei bis drei Stunden“, so Block – und die Bahn blieb offen. Und selbst die Trainer vor Ort hatten nichts zu beanstanden. Normalerweise ja schon, „da will der eine eine flachere Bahn, der andere einen tiefen Boden.“

Diesmal waren sie alle zufrieden. Und dafür mussten Anton Block und seine Kollegen reichlich Überstunden ableisten. Die Philosophie diesbezüglich ist eindeutig. „Ich meckere nicht, ich bin da, um zu arbeiten“, so Block. Und damit sei doch alles gesagt.

René Schröder

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