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Handball

Derbytag in Dortmund

17.12.2009 | 19:52 Uhr

Die beiden höchstklassigen Mannschaften Dortmunds im Lokalderby. Auch wenn es nur die Verbandsliga ist, am Freitag um 20 Uhr dürfte es voll werden in der Halle Wellinghofen. Denn dieser Vergleich interessiert die gesamte Handballszene. Der HC Süd und der OSC im direkten Vergleich.

Die Abwehr

Wenn's allein nach der Statistik geht, ist die Süd-Defensive nur bedingt ligatauglich. 306 Gegentreffer in zehn Spielen sind der drittschlechteste Wert in der Liga; nur Mitabsteiger Bommern und – ausgerechnet – der OSC kassierten noch mehr. Doch hohe Anzahl der Gegentreffer ist insbesondere auf die Pleiten gegen Hagen II und Schwitten zurückzuführen. Der Süd-Mittelblock gehört indes zu den besten der Liga.

In den letzten Jahren war die OSC-Defensive das Prunkstück. Selbst in scheinbar aussichtslosen Situation, war die Mannschaft in der Lage, aus der Abwehr heraus mit viel Elan ein Spiel zu drehen. Und mit Erfahrung, die nach den Abgängen von Di Carlo, Fuchs und Aßhoff fehlt. Aber Carsten Lueg lässt nichts auf seine Defensive kommen: „Wir agieren mit viel Emotion, und die Statistik täuscht, weil ich in Rückstand manchmal hopp oder top spiele.”

Die Torhüter

Das Süd-Gespann Michael Trippe und Daniel Waschescio geht noch mit großen Schwankungen durch die Saison. Waschescio, der Neuzugang vom TV Letmathe, war zu Beginn der Saison durch die Folgen seiner Verletzung gehandicapt, saß auf der Tribüne und konnte erst später eingreifen. Trippe – er kam aus Aplerbeck – hat seine Sache bislang ganz gut gemacht, wurde aber viel zu oft von seinen Vorderleuten sträflich in Stich gelassen. Zu oft sahen sich die Süd-Torhüter gegnerischen Tempogegenstößen ausgesetzt, weil vorne der Ball verspielt wurde – für jeden Keeper ziemlich undankbar.

Ausgerechnet zum Derby hat sich Torhüter Nedo Pleic bereits in seine kroatische Heimat begeben - Weihnachtsurlaub. Durchaus ein Problem für den OSC, zumal zwischen den Pfosten in der laufenden Saison deutliche Defizite in der Stabilität zu registrieren waren. Trainer Carsten Lueg hat möglicherweise in der eigenen Familie die Lösung gefunden: Sein Bruder Malte, dessen Wechsel zur HSG Schwerte krankheitsbedingt geplatzt war, ist bereit, auszuhelfen und den zweiten Mann neben dem jungen Julian Stumpf zu spielen.

Der Angriff

Süd-Trainer Martin Denso hatte eine anspruchsvolle Aufgabe übernommen – aus einer völlig neu zusammengestellten Truppe musste er eine Mannschaft formen. Was seine Zeit dauerte, wie besonders im Zusammenspiel des Angriffs zu erkennen war. Es ist eine Sache, Spielzüge zu trainieren, eine andere jedoch, sie auch im Spiel umzusetzen. Mitterleile wird's: Routinier Thomas Pixberg ist in dieser Klasse immer für Tore gut, die Außen – insbesondere Bastian Hausl und Jonas Höhmann – bringen sich besser ins Spiel ein und mit dem wurfgewaltigen Dirk Cipa im Rückraum eine weitere Variationsmöglichkeit.

Laut Statistik ist der OSC-Angriff stärker als die Abwehr: 295 geworfene Tore sind Liga-Mittelklasse. Der subjektive Eindruck ist aber ein anderer: Im Angriff tut sich die Mannschaft noch schwer, funktionieren die Konzepte noch zu selten, fehlt vor allem den jungen Rückraumspielern einiges an Erfahrung. Und Carsten Lueg hört nicht auf, den Ausfall von Rückraumspieler Thomas Massat zu beklagen. Auf den Außenpositionen hingegen ist der OSC top-besetzt: Oliver Bratzke und Jonas Krug (links), Jürgen Lepine und Matthias Wittland (rechts) – das dürfte in der Liga konkurrenzlos sein.

Timm Becker, Volker Surkamp

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