Der Schock bei Westfalia Wethmar sitzt tief

Die Fußballer des TuS Westfalia Wethmar bleiben Bezirksligist. Durch die 1:2-Niederlage im Relegationsspiel um den Aufstieg in die Landesliga verpasste der TWW den Sprung in die höhere Klasse. Im Interview spricht Trainer Alexander Lüggert über den Schmerz, die vergangene Saison und über Zu- und Abgänge.

Wethmar.. Der Traum vom Landesliga-Aufstieg ist geplatzt. Wie tief sitzt dieser Schock?

Sehr tief. Es ist einfach sehr enttäuschend. Wir haben so viel investiert und uns nicht belohnen können. Wir waren gegen Westfalia Rhynern II seit langem wieder phasenweise überragend. Und die Erkenntnis, dass es am Ende nicht gereicht hat, ist umso enttäuschender.

Insgesamt spielte Ihr Team aber eine starke Saison. Platz zwei wurde erreicht und somit die Relegationsrunde. Wie zufrieden sind Sie mit der Meisterschaftsserie?

Im Nachhinein kann ich damit nicht zufrieden sein. Wir sind zum zweiten Mal in Folge nur Zweiter geworden. Es gab zu viele Momente, in denen wir unsere Chance verpasst haben. Wir haben es versäumt in wichtigen Spielen zu punkten. Ich habe aber ein tolles Team und ein tolles Umfeld drumherum, bei dem ich mich bedanken möchte. Die Spieler haben sich enorm entwickelt. Wir hatten mit Kemminghausen und Werne die beste Zuschauerzahl. Das gibt wiederum einen positiven Touch. Rein sportlich gesehen, bin ich alles andere als zufrieden. Wir waren wieder so nah dran und haben es wieder nicht geschafft. Die Spieler saßen mit Tränen in den Augen auf dem Platz. Deshalb kann man diese Saison einfach nicht mit einem positiven Gefühl abschließen.

Ihre Mannschaft hat die meisten Siege eingefahren (21 Erfolge) und das beste Torverhältnis (92:37 Treffer) der gesamten Liga. Warum hat es für Platz eins am Ende nicht gereicht?

Wir hätten in den Spielen gegen Werne und Overberge mehr als nur ein Unentschieden holen müssen. Da stelle ich nicht die Qualität dieser Teams in Frage. Wir waren überlegen, haben aber unsere Chancen nicht genutzt. Auch das Hinspiel gegen Kemminghausen, in dem wir bis zur 78. Minute mit 3:0 führen, dann aber noch verloren, hat dazu beigetragen, dass es am Ende nicht für ganz oben gereicht hat.


Am Ende lieferten sich VfL Kemminghausen, Werner SC und Ihr Team über mehrere Wochen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Aufstieg und den Relegationsplatz. Hinterlässt so etwas Spuren?

Nicht wirklich. Vielleicht aber beim Training vor den Spielen. Ich habe deutlich begriffen, wie runtergebrochen der Amateurfußball in diesen Ligen ist. Beispielsweise das Spiel zwischen Kemminghausen und Hannibal, das ich mir selbst angesehen habe. Da spielt Hannibal gut mit, Kemminghausen steht aber einmal vorm Tor und macht es, gewinnt 1:0. Ich versuche den Jungs Lockerheit und Spaß zu vermitteln. In der nächsten Saison werde ich aber auch mehr Wert auf die Konsequenz legen.

Wo lagen die Stärken in der Saison?

Wenn wir ins Rollen gekommen sind, waren wir nicht zu stoppen. In der Offensive waren wir selbstbewusst. Wir können uns in einen Rausch spielen, beispielsweise gegen Kaiserau. Wir haben Qualität und sind variabel, laufen viel und haben enormen Einsatz und Willen.

Woran muss aber noch gearbeitet werden?

Es gab in verschiedene Momenten verschiedene Dinge. Beispielsweise war die Torhüter-Situation in dieser Saison nicht gut. Da fehlte der eine Keeper mal, ein anderes mal der andere. Die nötige Ruhe und Konstanz in der Arbeit zwischen Vorstand, Trainer und Mannschaft war nicht immer gegeben. Daran wird aber gearbeitet. Vielleicht waren wir zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht reif genug, um den Sprung zu schaffen.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir starten am 1. Juli mit einem Kennenlernen, wollen ein bisschen Fußball spielen und werden zusammen grillen. Einen Tag später verabschiede ich mich für zwei Wochen nach Amerika. Am 7. Juli wird die Mannschaft aber mit Vollgas ins Training einsteigen.


Gibt es Neuzugänge und Abgänge?

Wir haben auf der Torhüter-Position zwei Neue. Es wird einen neuen spielenden Co-Trainer geben sowie einen offensiven Mittelfeldspieler, einen Stürmer und einen für die Außenbahn. An dem letzten Neuzugang sind wir noch dran. Die Namen werden wir zeitnah veröffentlichen. Michael Steinhofer, Samir Zulfic, Rene Harder, Philipp Grenigloh und Kevin Kascha verlassen den Verein.


Im nächsten Jahr scheint die Bezirksliga sehr viel ausgeglichener zu sein. Der VfB Lünen und VfL Kamen sind Aufsteiger. Der BV Brambauer-Lünen kommt aus der Landesliga als Absteiger. Wie schätzen Sie das ein?

Das wird eine tolle Gruppe sein, in der man viele interessanten Spiele sehen wird. Nüchtern betrachtet, kann man schon sagen, dass es für den TuS Westfalia Wethmar wirtschaftlich sehr interessant wird. Es gibt viele Derbys. Aber auch Teams wie Nordkirchen werden für Rambazamba sorgen.